Rottenacker Mehr Strom aus Wasserkraft

Mächtig: Der Rottenacker Gemeinderat hat die Baustelle am Donau-Wasserkraftwerk besichtigt.
Mächtig: Der Rottenacker Gemeinderat hat die Baustelle am Donau-Wasserkraftwerk besichtigt. © Foto: Doris Moser
Rottenacker / DORIS MOSER 26.09.2013
Wie anspruchsvoll die Nutzung von Wasserkraft ist, erfuhr der Gemeinderat Rottenacker bei der Besichtigung der Großbaustelle in der Donau. Dort baut die Firma Meyer derzeit eine dritte Turbine.

Interessante Eindrücke hat der Gemeinderat Rottenacker zu Beginn seiner jüngsten Sitzung auf der Baustelle in der Donau gesammelt. Unterhalb der Donaubrücke entsteht die dritte Turbine für das Wasserkraftwerk Walkermühle, das die Firma Meyer aus Memmingen seit etlichen Jahren betreibt. Nach der grundlegenden Sanierung der vorhandenen Anlagen mit zwei Turbinen sowie der Gebäude war im Herbst 2011 Start für den Bau der dritten Turbinenanlage am westlichen Ende des Donauwehrs gewesen. Firmenchef Günther Meyer, Junior Armin Meyer, Baustellenleiter Arnold Lächler und Kapo Viktor Frasch führten die Besucher durch die baulichen Anlagen, an Stahlstützen vorbei zur Turbine, die mit einer Fallhöhe von 3,40 Metern betrieben wird. Die Fachleute erläuterten die Abläufe und Besonderheiten des Projektes, das hohe Ansprüche an Planer, Ingenieure und das Baustellenpersonal stelle.

Eigentlich sollte die Turbine schon in Betrieb sein, doch gleich zu Beginn der Arbeiten hatten sich Widrigkeiten eingestellt. Trotz Bodengutachten stießen die Bohrer bei der Vorbereitung für die Spundwände auf sehr hartes Gestein. Die 1500 Kubikmeter schon eingebrachter Schotter mussten wieder ausgebaggert werden, ebenso rund 2000 Kubikmeter Aushub, schließlich war ein mehr als neun Meter tiefes Loch entstanden, um eine stabile Grundlage für das Bauwerk zu schaffen. Der felsige Untergrund in der Donau erforderte ein neues Konzept und einen anderen Aufbau. Zwei Mal sei die Baustelle bei Hochwasser zudem "abgesoffen", berichtete Bauleiter Lächler, dies alles habe den Fortgang der Arbeiten verzögert. Zum Ende dieses Jahres soll die dritte Turbine ans Netz gehen mit einer Leistung von jährlich 1,4 Millionen Kilowattstunden umweltfreundlich erzeugten Stroms. Wenn alles fertig ist, werden 4000 Kubikmeter Beton und 2500 Tonnen Stahl verbaut worden sein.

Mit der zusätzlichen Menge Strom lassen sich weitere 400 Haushalte versorgen. Zusammen mit den beiden vorhandenen Turbinen am östlichen Ende des Wehrs summiert sich die Stromernte auf mehr als eine halbe Million Kilowattstunden im Jahr. Zu achten ist auch darauf, dass die Neumühle Fetzer als Oberlieger an der Donau genügend Wasser für ihre Turbine hat, gleichzeitig aber der Sportplatz in der Nachbarschaft nicht unter Wasser steht. Auch das Wehr darf nach einer Auflage der Gemeinde nicht trocken liegen. Viele Herausforderungen sind also zu erfüllen.

Der absehbar straffe Zeitplan sei auch einzuhalten wegen der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), erklärte Firmenchef Meyer. 20 Jahre sei die Einspeisevergütung vertraglich gesichert, auf 30 Jahre läuft die wasserrechtliche Genehmigung fürs Kraftwerk. Mit integriert ist ein neuer Fischpass nach modernsten Umweltstandards. Bei Baubeginn hatte Firmenchef Meyer mit Kosten von gut zwei Millionen Euro kalkuliert, nun jedoch schließt er nicht aus, dass am Ende drei Millionen draus werden. Das Projekt sei sehr kostspielig, auch die Verzögerungen hatten Mehrkosten zur Folge. Investieren in die Nutzung der Wasserkraft und damit in die Energiewende nennt Meyer aber dennoch den richtigen und wichtigen Weg.

Mit erneuerbarer Energie sei die Gemeinde dank der Wasserkraft und der zahlreichen Photovoltaikanlagen auf den Dächern gut aufgestellt, gab Bürgermeister Karl Hauler zu bedenken. Er lobte die gute und einvernehmliche Zusammenarbeit mit der Firma Meyer, und deren Chef gab das Lob zurück. An keinem anderen Standort seiner Kraftwerke sei so viel Entgegenkommen und Unterstützung vorhanden wie in Rottenacker, auch das Genehmigungsverfahren über das Landratsamt sei zügig über die Runden gebracht worden, sagte Meyer.

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