Moment mal Mehr Männer als das Land

Ehingen / Julia-Maria Bammes 11.01.2019

Wir haben es schon immer
gewusst: Im Alb-Donau-Kreis gehen die Uhren anders. Und nicht nur das: Auch die Sache mit Männern und Frauen ist eine andere als anderswo im Land. Landläufig herrscht die einhellige Meinung, dass es mehr Frauen als Männer gibt.

50,3 Prozent der Menschen
in Baden-Württemberg sind laut  Statistischem Landesamt weiblich (Stichtag: 30. September 2017), 49,7 Prozent sind Männer. Woran das liegt? Frauen leben viel gesünder und werden deshalb auch um einiges älter (sagen die Frauen). Frauen sind so böse, dass sich die Männer gerne früher aus dem Jetzt verabschieden (sagen die Männer).

Fakt ist: Was im Rest des
Landes Gültigkeit hat, gilt im Alb-Donau-Kreis nicht. Hier haben nämlich die Männer die Nase vorne. Zumindest zahlenmäßig. In seinem Jahresbericht weist der Kreis 195 095 Bewohner aus. 98 651 davon sind Männer, aber nur 96 444 Kreisbewohner sind weiblich. In Prozent: 49,4 Prozent der Kreisbevölkerung sind Frauen, dagegen stellen die Männer 50,6 Prozent.

Damit ist der Alb-Donau-Kreis einer der württembergischen Landkreise mit den wenigsten weiblichen Einwohnern. Nur der Stadtkreis Karlsruhe hat, proportional betrachtet, weniger Weiblichkeit zu bieten: Die Statistiker beziffern den Frauenanteil auf 48,9 Prozent.

Abwanderung nach Ulm?

Liegt es an der Luft? Am ewigen Nebel? Oder wandern die Frauen alle ab, etwa nach Ulm? Im Stadtkreis Ulm beläuft sich der Anteil der Frauen immerhin auf 50,4 Prozent. (Wer jetzt vermutet, weiblicher Zuzug nach Ulm hänge mit dem dortigen guten Angebot an Einkaufsmöglichkeiten zusammen, dem sei gesagt: Hierzu haben die Statistiker keine Erhebung parat.)

Zurück zu den Zahlen: Wer nachrechnet, stellt fest, dass es im Alb-Donau-Kreis 2207 mehr Männer als Frauen gibt. Zum Vergleich: Das ist mehr männliche Übermacht als Oberdischingen Einwohner zählt. Die Gemeinde hat laut Statistischem Landesamt 2108 Mitglieder. Und auch eine Kommune wie Rottenacker mit ihren 2199 Bewohnern reicht nur knapp an den Männerüberschuss heran.

Um den Frauenanteil im
Alb-Donau-Kreis ist es zwar schlecht bestellt, doch es gibt immer Ausreißer und Ausnahmen von der Regel: Den höchsten Frauenanteil in einer Gemeinde im ganzen Land haben die Statistiker in Untermarchtal ausgemacht. Satte 61 Prozent der Untermarchtaler sind Frauen. Untermarchtal eine Frauenhochburg? Wir würden sagen: dem dortigen Kloster sei Dank.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel