Vortrag Vortrag von Sven Plöger: Mehr Grün in die Städte

Sven Plöger gestern beim Kupil- Architektentag mit Philip (links) und Johannes Hilker.
Sven Plöger gestern beim Kupil- Architektentag mit Philip (links) und Johannes Hilker. © Foto: Kirsch
Ehingen / Christina Kirsch 12.04.2018
Leicht verständlich und amüsant erklärte der Meteorologe Sven Plöger beim 2. Architektentag der Firma Kupil im BED den Einfluss des Menschen auf das Klima.

„Für 2 Minuten 19 Sekunden habe ich ein gutes Zeitgefühl“, sagte der Diplom-Meteorologe und TV-Wettermann Sven Plöger zu Beginn seines Vortrags im Konferenzsaal des Business- Parks Ehingen. „Doch mit den Mittelteilen meiner Vorträge werde ich meist nicht fertig“, bekannte der Schnellredner beim Architektentag der Firma Kupil im Kampf gegen die Zeit. Rund hundert geladene Gäste, die von Philip und Johannes Hilker begrüßt wurden, lauschten den leicht verständlichen Ausführungen zu einem schwierigen Thema. Mit einer Fülle an Informationen, Erklärungen und Zahlen machte der Referent deutlich, dass das Wetter eine hochkomplexe Sache ist.

„Das Klima ist die Gesamtheit der Wettererscheinungen“, sagte Plöger. „Das Wetter ist der physikalische Zustand der Atmosphäre zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort. Das Wetter spürt man, das Klima nicht.“ Deshalb habe man zum Wetter solch eine große emotionale Nähe. Sven Plöger verstand es in seinem Vortrag meisterhaft, bestimmte Phänomene bildlich und amüsant darzustellen. „Fragen Sie Ihre Oma, ob es früher mehr Schnee gab“, empfahl der Referent. „Sie wird ihnen erzählen, dass es mit Sicherheit früher mehr Schnee gab, weil die Oma als Kind vielleicht gerade mal einen Meter hoch war. Und wenn sie in 20 Zentimeter Schnee stand, steckte sie zu einem Fünftel im Schnee.“

Menschheit tut viel zu wenig

Blickwinkel und Emotionen machen das Wettererleben so subjektiv. Vielleicht ist es deshalb so schwierig, den Menschen Klimaveränderungen nahe zu bringen. Denn trotz Klimagipfeln und Ressourcenverbrauch tut die Menschheit viel zu wenig, um den Planeten lebenswert zu erhalten. Er habe jedoch als Rheinländer keine Lust, bedrückt in das Thema einzusteigen, plauderte der Moderator. „Man kann‘s auch mit Humor sehen.“

Doch bei einigen Fakten war Humor das, wenn man trotzdem lacht. „Wir nutzen die Ressourcen von 1,6 Erden und am 2. August des Jahres haben wir alle nachwachsenden Ressourcen verbraucht“, stellte Sven Plöger fest. Irgendwie ist die Erkenntnis durchgedrungen, dass man etwas tun müsste, „aber globale Lösungen sind kein leichtes Unterfangen, weil das jeder von der eigenen Warte aus sieht“. Erschwerend käme dazu, dass ein amerikanischer Präsident den Klimawandel für „Fake news“ hält. Doch Sven Plöger stellte dar, wie sich die Erde erwärmt. Vor allem in den Städten produzierten die Menschen durch versiegelte Böden, dunkle Flächen und zu wenig Pflanzen regelrechte Hitzeinseln. „Wir bringen die Wärme nicht mehr weg.“ Von 1979 bis 2013 hat sich das arktische Eis um 3,3 Millionen Quadratmeter zurückgezogen. Schnee und Eis reflektieren jedoch die Sonneneinstrahlung. Wo das Eis fehlt, wird der Ozean erwärmt. „Der Jetstream neigt zu immer größeren Amplituden“, erläuterte Sven Plöger. Zu der in Europa üblichen Westströmung gesellen sich Nord- und Südströmungen, die größere Temperaturschwankungen zur Folge haben. „Die schwächere Grundströmung sorgt für länger verweilende Hochs und Tiefs“, erklärte der Meteorologe. Länger andauernde Hochs und Tiefs sorgen für Dürre oder Überflutungen.

Auch das Szenario der Klima­flüchtlinge aus Bangladesch und Afrika ließ Sven Plöger nicht aus. Dem Fachvortrag zur Meteorologie folgten Vorträge zum Energieausweis, dem Büro der Zukunft, so wie Sicherheit und Komfort im Wohnungsbau. Der Architektentag endete mit einer Besichtigung des Kupil-Firmensitz in Ehingen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel