Dr. Hamdallah Ohize hat schon viele Verletzungen behandelt, die Menschen mit Waffen zugefügt wurden. In den Krankenhäusern in Nigeria sei es Alltag, erzählt die junge Ärztin. Deshalb hat die 27-Jährige den Entschluss gefasst, etwas dagegen zu machen. Am Dienstag war Ohize mit 30 Medizinern in Ehingen, um gegen Kleinwaffenhandel zu protestieren. Die Mitglieder der internationalen Ärzte für Frieden und soziale Verantwortung (IPPNW) wollen mit einer Radtour auf ihre Mission aufmerksam machen.

Am Montag starteten sie in Ulm. Dort demonstrierten sie vor dem Ulmer Münster und auch vor der Ulmer Firma Carl Walther, die Waffen herstellt. 200 Kilometer will die internationale Gruppe zurücklegen. Ihr Ziel ist Villingen-Schwenningen, wo vom 30. Juni bis zum 2. Juni unter dem Titel "Zielscheibe Mensch" ein internationaler Kongress stattfindet, der sich mit den sozialen und gesundheitlichen Folgen des globalen Kleinwaffenhandels befasst. Der Export von deutschen Kleinwaffen habe sich in diesem Jahr verdoppelt, berichten die Ärzte. "Wir sind eine der reichsten Volkswirtschaften", sagt Joachim Both. "Wir könnten es uns gut leisten, den ansteigenden Waffenexport abzulehnen."