Gesundheit MVZ Munderkingen: Medizin, Pflege, Soziales

Das Zentrum für Medizin, Pflege und Soziales an der Schillerstraße in Munderkingen.
Das Zentrum für Medizin, Pflege und Soziales an der Schillerstraße in Munderkingen. © Foto: Andreas Hacker
Munderkingen / Andreas Hacker 12.06.2018
Das  MVZ in Munderkingen ist vor fast fünf Jahren eröffnet worden. Es verbindet ärztliche Angebote mit betreutem Wohnen, Sozialstation, Apotheke und Bäckerei mit Café.

Fachübergreifende Praxen und ergänzende Angebote in nur einem Gebäude mitten in Munderkingen – das ist der Anspruch, den die ADK GmbH für Gesundheit und Soziales mit dem Neubau eines medizinischen Versorgungszentrums verfolgt hat. Jetzt kann das Zentrum für Medizin, Pflege und Soziales Munderkingen auf fast fünf Jahre Betrieb zurückblicken; die Eröffnung war im Juli 2013. Es verbindet ärztliche Angebote mit betreuten Seniorenwohnungen, den Leistungen der Sozialstation, einer Apotheke und einem Bäckerei mit Café.

Das Medizinische Versorgungszentrum Alb-Donau als Herzstück des Zentrums soll zum einen der Bevölkerung in Munderkingen Zugang zu fachärztlichen Leistungen zusätzlich zur Allgemeinmedizin ermöglichen. Zum anderen soll es vor dem Hintergrund des Ärztemangels helfen, mittelfristig die fachärztliche Versorgung im ländlichen Raum sicherzustellen, beschreibt Daniela Rieker von der ADK GmbH die Kernaufgaben. Heute können die Menschen in Munderkingen in der Schillerstraße Ärzte in vier Fachrichtungen aufsuchen. Im MVZ selbst arbeiten mit Wladimir Kimmel und Dr. Luitgard Beck zwei Allgemeinmediziner, Dr. Norbert Balk als Urologe und zwei Frauenärzte, Manfred Hagen und Vasiliki Sofiadou. Darüber hinaus gibt es noch eine weitere Allgemeinarztpraxis und eine Zweigpraxis für Orthopädie.

Es zeige sich immer deutlicher, dass viele Ärzte – gerade im ländlichen Raum – keinen Nachfolger mehr für ihre Praxis finden, heißt es in der Bilanz der ADK GmbH. Gründe dafür seien oft die fehlende Infrastruktur oder der Wunsch nach einem Wohnort im Ballungsraum. Zunehmend spiele dabei aber auch der Wunsch nach einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine wichtige Rolle. Das MVZ sei zwar kein Garant dafür, dass offene Stellen in Zukunft ohne Probleme besetzt werden können, aber die letzten fünf Jahre hätten gezeigt, dass es bisher möglich war, ausscheidende Ärzte nachzubesetzen. Das MVZ Alb-Donau hat inzwischen auch drei Zweigpraxen: In Granheim konnte damit die hausärztliche Versorgung durch zwei Ärzte weitergeführt werden und auch in Ehingen gibt es aus organisatorischen Gründen zwei Zweigpraxen mit zwei Ärzten in der Gynäkologie und Geburtshilfe.

Zu den Gründen für die Entwicklung gehöre auch die Tatsache, dass junge Ärzte heute nicht mehr in allen Fällen selbstständig arbeiten wollen – vor dem Hintergrund einer fehlenden Konstanz in der Gesundheitspolitik scheuten sie zum Teil das wirtschaftliche Risiko. „Zudem können wir im MVZ mit Teilzeitmodellen und dem kollegialen Austausch mehrerer Kollegen punkten“, erklärt ADK-Sprecherin Daniela Rieker. „Auch die Kombination aus Ärztehaus und betreutem Wohnen hat sich bewährt.“

Die 18 Wohnungen in Munderkingen sind alle verkauft worden. Zudem hat die Stadt einen weiteren Veranstaltungsraum hinzugewonnen, der inzwischen auch für Vorträge wie etwa das Gesundheitsforum genutzt wird.

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