Zunächst hat sich Hilde Mattheis (SPD), die mit ihrer Bundestags-Kollegin Annette Sawade, dem Kreisvorsitzenden Bernhard Gärtner und Christoph Eckert (Juso-Kreisvorsitzender) unterwegs war, am Dienstag in Obermarchtal die Apotheke angeschaut. So kamen die Mandatsträger mit der Chefin, Heike Schnizer aus Rottenacker, ins Gespräch. Sie berichtete, dass die Apotheke in dem Hauptort mit nur 850 Einwohnern nur überleben kann, weil auch viele Menschen aus Untermarchtal und der Umgebung sie nutzen.

Bürgermeister Anton Buck war es wichtig, mit den Abgeordneten und politisch Aktiven über die Ortsumfahrung zu sprechen, durch den im Jahr 2010 rund 9200 Fahrzeuge, davon 1300 mit Schwerlast, unterwegs waren. Erste Pläne für verschiedene Umfahrungsvarianten liegen bereits seit 1995 vor, und nach einer Festlegung im Jahr 1998 auf eine Variante, die die Bundesstraße am Gewerbegebiet vorbei um den Ort führt, war die Obermarchtaler Umfahrung in die Bundesliste mit „vordringlichem Bedarf“ gesetzt worden. Projekte, die dort aufgeführt sind, werden innerhalb von 15 Jahren umgesetzt. Allerdings wurde das Vorhaben wieder zurückgestuft und wanderte auf die Liste mit „erweitertem Bedarf“. Da derzeit der Bundesverkehrswegeplan erneuert wird – ein Entwurf soll im Oktober diskutiert werden – und Sawade dazu die Berichterstatterin fürs Land Baden-Württemberg ist, versuchte der Bürgermeister, Verständnis für die lärmgeplagten Anwohner etwa an der Sebastian-Sailer-Straße zu erzeugen.

Viel konnte Mattheis nicht versprechen, doch sie will sich dafür einsetzen, dass Obermarchtal auf der Liste mit „erweitertem Bedarf“ bleibt. Buck gestern dazu: „Es war sicherlich wichtig, das mit den Mandatsträgern vor Ort zu besprechen. Zur aktuellen Fortschreibung des Verkehrswegeplans darf man sich zwar nicht zu viel erwarten, aber man muss langfristig weiter hinterher sein.“ Wenn die Ortsumfahrung konkreter werden sollte, seien freilich wieder neue Pläne dafür nötig, sagt Buck, der mit dem Gemeinderat auch mit den neuen Geschwindigkeitsmessanlagen etwas für die Anwohner tun wollte.