Brauch Maschger in Hochform

Munderkingen / Von Ingeborg Burkhardt 13.02.2018

Das gibt es nur in Munderkingen“, verkündete gestern Ludwig Walter immer wieder über Lautsprecher. Ganz locker waren gestern die Wuselinger beim Kinderumzug  unterwegs. Der Schäfer hatte sich mit dem Narrensamen eingereiht und die Originellen Gruppen knüpften an die sonntäglichen Erfolge an und ließen sich im Sonnenschein Zeit, das närrische Volk am Straßenrand an ihren Aktionen teilzuhaben. Das genossen auch die Aktiven der historischen Gruppen,  die montags dienstfrei haben und mit eigenen Motos mitmischen konnten, als Bandmitglieder oder im Rolli-Trainings-Camp. Alle waren bester Laune. Das steigerte sich noch,  als die Kuttla-Kapelle nach dem Umzug beim Podium zum Sekt einlud und zahlreiche Gratulanten kamen. Zunftmeister  Ralf Lindner brachte Trinkbares für die notenfrei spielenden Instrumentalisten mit, die Gruppe Falch/Bertsche, die mit ihrer seit 50 Jahren aktiven Thea Bertsche gekommen war, überreichte einen gebackenen Notenschlüssel.

Villa Kunterbunt als Vereinsheim

Inzwischen hatte die Pipi-Langstrumpf-XXL-Truppe Helfer aus dem Kreis der Ehinger Hexen organisiert, die ihnen halfen,  die „Villa Kunterbunt“ auf das Podium zu stellen, als Jubiläumsgabe. „Das gibt es nur in Munderkingen, dass ein Verein zum Geburtstag ein Vereinsheim bekommt“, sagte Ludwig Walter, der Sprecher der Kuttla-Kapelle unter Beifall. Das nächste Einzigartige kam gleich danach bei der Straßenfasnet. Die Versteigerer aus dem Grempelesmakt Uli Spranz und Florian Stöhr, die am Vormittag zwei goldfarbene Brunnenspringer-Hosen an die Männer gebracht hatten, hatten für den Nachmittag den ersten „Brunnensprung der werdenden Väter“ organisiert und die MKK als Kapelle verpflichtet. So stand der Zeremonie nichts mehr im Weg. Das närrische Völkchen verfolgte begeistert die Uraufführung von Max Ferdinand Miehle und Georg Walter, die mit den güldenen Hosen gleich vier Mal in den Brunnen sprangen und danach ein „heglich Maid küssen“ durften.

Draußen in der Donauhalle zeigten bei der Kinderfasnet der KiM (Kinder in Munderkingen) die kleinen Wusele,  dass  sie sich auf närrisches Treiben verstehen. Sie turnten in den beiden Hüpfburgen lustig umher, ließen sich von Clown Jo Brösele unterhalten, übten sich im Hula Hoop oder beim Bänderspiel der Jugendfeuerwehr und ließen sich von Helferinnen der KiM schminken. Für die musikalische Unterhaltung zog später die Karawane des Jugendorchesters der Stadtkapelle in den Saal.