„Rufen Sie doch mal gleich ihre Frau an“, sagte Firmenchef Horst Kiem zum CDU-Landtagsabgeordneten Manuel Hagel, als der am Montag in die Schreinerei Kiem in Hütten kam. „Ich kenne die Problematik hier im Schmiechtal. Es gibt kaum ein Netz“, antwortete Hagel. Wie dramatisch der fehlende Empfang sein kann, davon sprach Horst Kiem. Demnach hatte es in Hütten unlängst Stromausfall gegeben, parallel habe sich ein Mitarbeiter an der Hand verletzt. Stromausfall bedeutet kein Telefon. „Ich musste bis zum Friedhof fahren, um einigermaßen Empfang mit dem Handy für den Anruf beim Rettungsdienst zu bekommen.“ Seiner Ansicht nach ist die Region völlig abgehängt, sowohl beim Mobilfunk wie beim schnellen Internet, wobei bei letzterem schon die Leerrohre direkt vor dem Gebäude liegen. „Wo wir doch genauso Steuern zahlen wie alle anderen Bürger und vor allem auch wie andere Betriebe“, sagte Horst Kiem.

Veranstaltung in Asch

Manuel Hagel hatte keine schnelle Lösung für die Probleme des mittelständischen Betriebs parat. Dazu gebe es speziell im Breitband noch zu viele Hindernisse. Als Übergangslösung für den Handyempfang wies der Abgeordnete auf die Möglichkeit hin, einen mobilen Sendemast am Standort Hütten zu bekommen. Am Freitag habe er diesbezüglich in Asch bei Blaubeuren eine Veranstaltung im Gasthaus „Lamm“ organisiert, zu der Hagel den Firmenchef einlud. „Wir wollen das Problem mit den Funklöchern nicht einfach hinnehmen. Wir werden versuchen, es zu lösen.“

Mobilfunk und Breitband haben auch der Schelklinger Bürgermeister Ulrich Ruckh und Ortsvorsteher Stefan Tress im Blick. „Wir müssen für unsere Region kämpfen“, sagte Ruckh. Der Ortsvorsteher pflichtete ihm bei und wies auf die vielen Klagen aus der Bürgerschaft hin. Für die Lücken im Nahverkehr im Schmiechtal, die Horst Kiem ebenfalls kritisierte, sieht Manuel Hagel die Bahn als Lösung. „Wir brauchen den Ausbau der Regio S-Bahn mit einer Taktverdichtung sowie die zeitnahe Elektrifizierung der Südbahn“, sagte Hagel hierzu.

Wobei Bürgermeister Ruckh für das Schmiechtal als touristisches Kleinod im Biosphärengebiet das Ziel formulierte: „Den Nahverkehr ausbauen, aber nicht im Verkehr ersticken.“ Beim Rundgang durch den Betrieb mit zwölf Mitarbeitern teilte Horst Kiem mit, dass im vergangenen Jahrzehnt nahezu eine Million Euro investiert wurden, um die Schreinerei zukunftsfähig zu machen. Zumal acht Familien von dem Betrieb lebten. Eine Lagerhalle soll noch gebaut werden.

Juniorchef Felix Kiem präsentierte im Produktionsbereich die CNC-Nesting-Anlage, die bis zu acht Arbeitsschritte in einem erledigt. „Die Auftragslage ist hervorragend. Wir haben die Bücher voll“, sagte Firmenchef Kiem. Probleme, Mitarbeiter zu gewinnen, habe der Betrieb nicht. Seine Devise: „Die Mitarbeiter gut ausbilden und gut entlohnen.“ Die Besucher wurden auch durch die umfangreiche Ausstellung mit maßgefertigten Küchen und Möbeln geführt. Sandra Kiem stellte noch die Erlebnisküche vor.

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