Klimawandel, Artensterben, Biodiversität sind in aller Munde. Als Bestandteil der Bierkulturstadt Ehingen will natürlich auch die Berg-Brauerei in aller Munde sein, sprichwörtlich und gleich mehrfach mit ihren Produkten. Denn die Brauer legen den Kisten mit Märzen-Bier in diesem Jahr ein Samentütchen mit Braugerste und Alb-Leisa gratis dazu und pflegen damit – zumindest ein bisschen – die Biodiversität. „Was auf dem Acker Jahr für Jahr wunderbar gedeiht, kann man nun auch im Kleinen bei sich zuhause anpflanzen und wachsen sehen“, heißt es in einer Mitteilung der Brauerei. Außerdem, dass die Braugerste den Alb-Leisa als Stützfrucht diene. Ob die Gerste allerdings auch all jenen als Stütze dienen kann, die zu tief ins Märzen-Glas schauen, darf angezweifelt werden, immerhin kommt das Märzen aus dem Hause Berg-Brauerei auf einen Alkoholgehalt von 6,1 Prozent, da kann der ein oder andere Konsument durchaus ins Wanken kommen.

Die Berg-Brauerei betreibt ihre Mundpropaganda übrigens auch mit Freibier, das sie am Freitag, 22. Februar, nach 19 Uhr in ihrer Brauereiwirtschaft an Gäste ausschenkt. Zuvor wird das erste Märzenfass der Saison angestochen. Bierkenner, die „dieses charaktervolle Bier“ als saisonale Abwechslung „schätzen und lieben“, müssen sich mit Blick auf den Kalender unseres schönen christlichen Abendlands allerdings in Sachen Genuss sputen: Anfang März beginnt bereits die Fastenzeit.

Doch Ehingen wäre keine Bierkulturstadt, gäbe es nicht auch hierfür einen Lichtblick am Horizont, um die (Bier-)Durststrecke zumindest zu überbrücken: Im April will die Berg-Brauerei wieder einen Mai-Bock brauen, erstmals nach 20 Jahren der „Abstinenz“. Hat die Brauerei mit dieser Wortwahl einen Bock geschossen? Die Moment-mal-Redaktion mit ihrer närrischen Berichterstattung schweigt, übt sich bis zum Ende der Fasnet in Abstinenz und überlässt das Feld den Narren in den Gassen.