Landwirtschaft Mähdrescher laufen auf Hochtouren

Ehingen / CHRISTINA KIRSCH 31.07.2018
Alle Hände voll zu tun haben derzeit auch die Landwirte, die mit den Mähdreschern unterwegs sind. Die Ernte ist in vollem Gang und begann heuer zwei Wochen früher.

So lange man nicht raus muss, ist alles in Ordnung“, sagt Jürgen Gräter. „Raus“ bedeutet Hitze und Staub. „Raus“ bedeutet meist auch irgendeinen Defekt an der Maschine und damit verbundenen Ärger. Also lieber nicht raus und in der klimatisierten Kabine bleiben.

Täglich ist Jürgen Gräter derzeit mit dem Mähdrescher unterwegs. Auch in der Mittagshitze. Sein Modell „New Holland“ misst 6,10 Meter Breite. Damit kann er nicht auf seinem Gamerschwanger Hof starten, sondern zieht das Schneidwerk auf einem Schneidewerkswagen erst bis ans Feld. Dort wird der Wagen abgekoppelt und das Schneidwerk vorne an den Mähdrescher angeschlossen.

Gräter verbindet die Elektrik, Hydraulik und die Gelenkwelle mit dem Mähdrescher. Und los geht’s mit vier Stundenkilometern. „Dieses Jahr ist alles so früh dran“, sagt Jürgen Gräter. „Wir haben heuer schon am 30. Juni das erste Mal gemäht“, erzählt der Landwirt, der sich derzeit Tag für Tag in seinen 15 Jahre alten Mähdrescher setzt und die Weizen- oder Gerstenfelder ansteuert.

Damit hat die Ernte zwei Wochen früher begonnen als 2017. „In Rißtissen waren wir zwei, drei Tage bälder dran, weil die ein paar Meter tiefer liegen“, erläutert der Landwirt. Für 4,5 Hektar Feld braucht er etwa zweieinhalb Stunden. Wenn er nicht raus muss. Damit der Ladewagen Platz hat, fährt er heute auf dem Weizenfeld „dreimal außen rum und dann nur noch auf und ab“. Der Mähdrescher stellt sich automatisch auf die Höhe des Getreides ein und die Schneidmesser blitzen in der glühenden Sonne.

Jeder Mähdrescher zieht eine Staubwolke aus Stroh und Spelzen hinter sich her. „Ich muss jeden Tag drei Stunden putzen“, sagt Jürgen Gräter. Der Kühler muss ausgeblasen werden und der Luftfilter gereinigt. Das heiße Wetter ist ideal zum Dreschen, „weil bei der Hitze das Korn gut ausgeschüttelt wird“, sagt der Landwirt.

Signal weist auf vollen Tank hin

Irgendwann piepst in der Kabine ein Signal. „Der Tank ist dreiviertel voll“, meldet Jürgen Gräter und hält nach dem Ladewagen Ausschau. Der Landwirt, dem der Weizen gehört, fährt mit dem Ladewagen an den Mähdrescher heran und Jürgen Gräter pumpt den Weizen auf die Ladefläche. Dann fährt Jürgen Gräter weiter und zieht wieder die Staubwolke hinter sich her.

Wer als Beifahrer aussteigt, wird über und über mit Weizenstroh gepudert. Das juckt und setzt sich auf der Haut fest. „Ich weiß schon, warum ich ungern rausgehe“, kommentiert Jürgen Gräter. Denn bis zur abendlichen Dusche wird es noch ein paar Stunden dauern.

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