Region Luchs Friedl auch in der Region

Links Freiburg, rechts Ulm: Die roten Punkte zeigen, wie Luchs Friedl in Form einer Acht vom Schwarzwald aus bis Söflingen kommt, entlang der Autobahn bis Kirchheim wandert und dann Kurs aufs Obere Donautal nimmt.
Links Freiburg, rechts Ulm: Die roten Punkte zeigen, wie Luchs Friedl in Form einer Acht vom Schwarzwald aus bis Söflingen kommt, entlang der Autobahn bis Kirchheim wandert und dann Kurs aufs Obere Donautal nimmt. © Foto: Ministerium
Region / CST/AH 30.12.2015
Im Spätsommer hat sich ein Luchs in der Nähe von Ehingen aufgehalten. Er ist vom Lautertal über die Ehinger Alb und das Schmiechtal bis nach Ulm gewandert, wie Aufzeichnungen ergeben haben.

Nicht schlecht: Luchs Friedl hat, seit er im Frühjahr aus dem Schweizer Jura nach Baden-Württemberg eingewandert ist, mindestens 1600 Kilometer zurückgelegt. Etliche davon hier in der Region: Im August und September streifte die damals zwei Jahre alte Raubkatze über die Alb. Das meldete der GPS-Sender, den ein Team der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg am 9. April am Hals des - betäubten - Luchs-Männchens befestigt hat. Im August und Anfang September war Friedl demnach in den Wäldern am südlichen Rand der Alb unterwegs - vom Lautertal über die Ehinger Alb, das Schmiechtal und die Blaubeurer Alb bis Ulm.

Hatte der Luchs im Schwarzwald noch zwei Lämmer gerissen, finden sich im Raum Ehingen keine Hinweise auf Beute der Raubkatze, wie Kreisjägermeister Johann Krieger sagt. Im Zuständigkeitsbereich seines Kollegen Max Wittlinger war das anders: Zwischen Pappelau und Erstetten ist Friedl über Eggingen und Ermingen aufs Hochsträß marschiert und über Harthausen im Söflinger Klosterwald gelandet, wo ihm ein Hase über den Weg lief. "Dass ein Luchs einen Hasen reißt, ist selten", staunte Wittlinger. Weil das scheue nachtaktive Tier Siedlungen meidet, machte die Raubkatze vermutlich vor Söflingen kehrt und ließ auf ihrem Rückweg nach Westen Blaustein rechts liegen. In Arnegg knurrte aber der Magen, weshalb ein Reh dran glauben musste. Rehe gehören laut dem Ministerium für Ländlichen Raum zu seinen Leibspeisen. Schafe und Ziegen reiße er dagegen eher selten. Wie Alexander Bonde (Grüne), Minister für den Ländlichen Raum, jetzt mitteilt, hat Friedl in den 260 Tagen, in denen er den Sender trägt, "spannende Einblicke in das Leben der seltenen Pinselohren" ermöglicht. Zweimal am Tag schickt der Sender Daten über die Position des Tieres, so dass seine Wege gut zu verfolgen sind: Er ist parallel zur Autobahn 8 in Richtung Kirchheim/Teck und über Dettingen/Erms ins Obere Donautal gewandert.

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