Schon die harmonische Atmosphäre ließ beim zehnten "Schwäbischen Threewheeler-Treffen" erkennen, dass sich die Veranstaltung über die Jahre zu einem richtigen Freundschaftstreffen entwickelt hat. "Hier ist für uns Urlaub pur. Man ist unter Gleichgesinnten, man kann fachsimpeln, sich austauschen oder einfach nur Zeit miteinander verbringen", finden Henny und Achim Riedl. Das Paar war aus Holland mit dem Wohnmobil samt Anhänger für ihren heißen Flitzer angereist, und das bereits im fünften Jahr. "Die große Strecke nehmen wir gerne in Kauf. Das Zusammengehörigkeitsgefühl führt uns immer wieder hierher. Und die Landschaft hier ist einfach traumhaft." Ähnlich argumentieren Dörte und Friedhelm Lazina. Auch für die Oldenburger ist das Treewheeler-Treffen am Rande der Schwäbischen Alb jedes Jahr ein besonderes Erlebnis. "Wir kommen schon zum neunten Mal her und verlieben uns immer wieder neu in die Fülle der Natur hier." Aus der Gruppe kommt sogar der Vorschlag, nächstes Jahr an das Wochenende noch Tagesfahrten über die Alb anzubieten. "Wir verknüpfen das Threewheeler-Treffen immer mit einer Rundreise. Aber da können wir genauso gut die Gegend hier erkunden."

Die meisten Teilnehmer schwärmten am Samstag nach der Rallye vom Lautertal. Die rund 70 Kilometer lange Route hatte wieder die Familie Bopp aus Schelklingen ausgearbeitet. Rose und Thomas Bopp hatten für die 50 Teilnehmer mit etwa zwei Dutzend Lomax-Fahrzeugen einige Finessen eingebaut. So musste man "einen taubstummen barfüßigen Mexikaner fragen, was typisch schwäbisch ist", verriet Thomas Bopp. Bei der Rallye gehe es darum, den Gästen, die allesamt von weither kamen, die Schönheit der Schwäbischen Alb näherzubringen, und das mit ihren heiß geliebten Automobilen.

Am Freitag waren die Teilnehmer angereist, am Samstag stand die Rallye im Mittelpunkt, danach stand relaxen, Freundschaften pflegen, neue Kontakte knüpfen und die Fahrzeuge bestaunen auf dem Programm. Bei der Siegerehrung gab es keine langen Gesichter, vielmehr wurden die Erstplatzierten bejubelt. Gestern Vormittag war das Abschied nehmen bis zum nächsten Jahr fällig, wenn die kleine Lomax-Familie wieder auf dem Vogelhof bei Erbstetten zusammenkommt, um sich von Rose und Thomas Bopp umsorgen zu lassen.

Wie der Organisator erläuterte, gibt es die Lomax-Fahrzeuge seit Anfang der 90er Jahre. Der gleichnamige Automobilhersteller Lomax hatte die Bausätze entwickelt. Deren Design erinnere an die legendären Morgan-Three-Wheeler der 30er Jahre, vielfach mit drei Rädern und einem offenen Roadster. Stolz merkte er an, dass er seinen knallroten Flitzer 1990 als erstes Lomax in Deutschland angemeldet hat. Nur etwa 300 dieser Fahrzeuge gibt es bundesweit, und nahezu keines gleicht dem anderen.