Seit Montag ist es offiziell: Da ist Munderkingens Bürgermeister Dr. Michael Lohner im Kreistag in den Ausschuss gewählt worden, der die Kreistagswahl am 26. Mai 2019 überwacht. Damit wird deutlich, dass Lohner, bei der Wahl 2014 mit dem damals besten Ergebnis von 4472 Stimmen im Wahlkreis Munderkingen als Kreisrat bestätigt, nicht nochmals antritt. „Ich habe meinen Beitrag geleistet“, erklärte Lohner gestern seinen Schritt. 1999 war er, damals noch kein CDU-Mitglied und ziemlich frisch in Munderkingen im Amt, mit 37 Jahren in den Kreistag eingezogen und will nun nach dann 20 Jahren im Gremium aufhören.

„Für die Stadt war es wichtig, dass ich dabei war“, zieht Lohner Bilanz und nennt das Medizinische Versorgungszentrum als aktuelles Beispiel für Erreichtes. Dabei macht er keinen Hehl daraus, dass es vor allem mit Landrat Wolfgang Schürle immer wieder auch mal Meinungsverschiedenheiten gab, sei es, weil Munderkingen mit dem Wiegen des Mülls frühzeitig die Weichen in Sachen Abfallvermeidung gestellt hatte oder mit dem Beibehalt der Volkshochschule einen eigenen Weg gegangen war.

Lohner will mit dem Verzicht auf eine erneute Kandidatur sein ehrenamtlichen Engagement neu gewichten und sich auf wichtige Projekte in Munderkingen konzentrieren. Als ein Beispiel dafür nennt er die Martinskapelle, bei der er sich als eine Art Kulturbeauftragter um den Betrieb kümmern will und einen Schwerpunkt in Ausstellungen sieht. Ein zweites Thema ist für ihn der Hopfenanbau: „Wir haben alles, vom Hopfengarten bis zu den Kellern und dem Benkesberg-Bier“, sagt er und sieht darin für Munderkingen viel Potenzial. Und dann gibt es noch den weiten Bereich der Stadt- und Wirtschaftsgeschichte, dem er sich verpflichtet fühlt.

In der ersten Hälfte Januar, schätzt Lohner, wird die CDU ihre Kandidaten im Wahlkreis nominieren. Auf der Liste fehlen wird dann auch Karl Traub. Der langjährige Landtagsabgeordnete und frühere Bürgermeister von Hausen und Unterwachingen ist 1971 erstmals in den Kreistag gewählt worden und sagt nun: „Nach fast 50 Jahren ist es genug.“

Vier Sitze stehen dem Wahlkreis Munderkingen zu, aktuell belegt von Lohner, Rechtensteins Bürgermeisterin Romy Wurm und Traub (alle CDU) und Thomas Kohal, der dank des neuen Auszählverfahrens 2014 für die Freien Wähler einen Sitz erhalten hatte. Rottenackers Bürgermeister Karl Hauler (CDU) sitzt über das erste Ausgleichsmandat im Gremium. Hauler und Romy Wurm werden sich wieder bewerben, außerdem hat Oberstadions Bürgermeister Kevin Wiest angekündigt, dass er für die CDU kandideren will.