Wirtschaft Liebherr präsentiert ferngesteuerten Kran

Ehingen / Stefan Bentele 13.06.2018
Liebherr präsentiert in Ehingen seine Modelle: Darunter neue Varianten bewährter Krane – und einer mit Fernsteuerung.

Das Auge kauft mit, ob nun im Supermarkt oder auf dem Betriebsgelände der Firma Liebherr in Ehingen. Und in Sachen Präsentation lässt sich das Unternehmen im Norden der Stadt nicht lumpen, wie gestern zum Auftakt der beiden Kundentage zu sehen war: Mal zu Technobeats, mal zu Klaviertönen, hat Liebherr der eigenen Kundschaft die Kräne aus Eigenproduktion präsentiert, darunter auch zwei Neuheiten: den Mobilkran LTM 1230-5.1 und den Raupenkran LR 1800-1.0.

1500 Gäste haben das Spektakel am Mittwoch zum Auftakt der beiden Kundentage verfolgt, am Donnerstag kommen noch einmal 1500 geladene Besucher. Das Unternehmen hat damit an beiden Tagen 3000 Kunden aus 80 Nationen nach Ehingen geholt, sucht den Kontakt zu den Käufern, nimmt deren Wünsche auf – und präsentiert Produkte nach allen Regeln der Kunst.

Sophie Albrecht, Leiterin des Unternehmensbereichs Fahrzeugkrane in der Firmengruppe, eröffnete die Präsentation, als sie mit dem Mobilkran LRT 1100-2.1 auf das Vorführgelände vor den beiden Tribünen fuhr und die Gäste anschließend begrüßte. Es sei ein „tolles Gefühl“, solch einen Kran zu fahren und die Kunden aus aller Welt in Ehingen begrüßen zu können.

Wenig später steuerte Christoph Kleiner von der Geschäftsführung des Liebherr-Werks in Ehingen einen LTC 1050-3.1 übers Kies –  allerdings per Fernbedienung. „Digitalisierung ist bei uns Chefsache“, sagte Moderator Jan Keppler und setzte den modernen Mobilkran in Beziehung zu Industrie 4.0, Vernetzung und Big Data. Für Kleiner war die Fahrt eine sichtbare Freude und, wie er sagt, sei es eine „schöne Arbeit“, so einen Dreiachser aus der Ferne zu lenken.

OB unternimmt Testfahrt

Zwar scheint der ein oder andere Liebherrianer noch nicht so recht zu wissen, wofür die Fernsteuerung letztlich gut sein soll, zumal auch der Ausleger & Co. bedient werden muss. Doch man habe sich entschlossen, den Weg zu gehen, war von einem Mitarbeiter zu hören. Und meist fänden die Kunden dann im Gebrauch Anwendungsmöglichkeiten, auf die ein Hersteller selbst gar nicht komme.

Sein Kranführer-Talent an der Fernbedienung testete auch Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann, mit Bürgermeister Sebastian Wolf und Stadtbaumeister Andreas Erwerle ebenfalls zu Gast. „Ich hab’ noch nie so ein großes Fahrzeug gefahren“, sagte das Stadtoberhaupt nach der geglückten Testfahrt auf dem Übungsgelände und lachte. Dabei hatte er sich zuvor noch zurückhaltend gegeben: „Man muss nicht alles ausprobieren.“

Höhepunkt aus Sicht des Unternehmens am Mittwoch war die Vorführung des neuen Mobilkrans LTM 1230-5.1, dessen ausgefahrener Teleskopausleger 72 Meter misst. „Er ist die Neuauflage eines Bestsellers“, sagte Moderator Keppler und verwies auf den Vorgänger LTM 1200-5.1. Man habe den Ausleger um drei Meter verlängert und im Schnitt 20 Prozent mehr Traglast erreicht.

Ebenfalls neu ist der 800-Tonnen-Raupenkran LR 1800-1.0, konzipiert für Kraftwerksbau und Petro-Chemie. Um den Transport für Kunden so wirtschaftlich als möglich zu gestalten, können Ausleger wie Grundmaschine relativ einfach auseinandergebaut werden. Das haben Liebherr-Techniker in der zweiten Vorführung demonstriert – und den Kran (mithilfe weiterer Krane) binnen 45 Minuten vor den Augen der Kundschaft am frühen Abend zusammengebaut.

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