Ehingen Letzte Hubner-Werke gehen an die städtische Galerie

Gestern übergab Josef Meier (links) als der Treuhänder der Hubert-Hubner-Stiftung elf Bilder und 51 signierte Zeichnungen an die Städtische Galerie. Vor Ort waren auch Karl-Heinz Haug, Hannelore Meier und Helene Haug (von links).
Gestern übergab Josef Meier (links) als der Treuhänder der Hubert-Hubner-Stiftung elf Bilder und 51 signierte Zeichnungen an die Städtische Galerie. Vor Ort waren auch Karl-Heinz Haug, Hannelore Meier und Helene Haug (von links). © Foto: Christina Kirsch
Ehingen / CHRISTINA KIRSCH 21.06.2014
Josef Meier war Treuhänder der Hubert-Hubner-Stiftung, die Bilder des Künstlers veräußert hat. Nun gingen die letzten an die städtische Galerie. Für Kinder in Not hat die Stiftung 225.600 Euro gespendet.

"Hubert Hubners Bilder wurden 1980 in Ehingen ans Licht gebracht und finden in Ehingen ihre Ruhestätte", sagte gestern Josef Meier, der als Treuhänder der Hubert-Hubner-Stiftung gestern elf Bilder und 51 signierte Zeichnungen an die städtische Galerie übergab. Damit hat auch Meiers jahrelanges Engagement für Kinder in Not ein würdiges Ende gefunden.

Denn die Erlöse aus dem Bilderverkauf des 1991 verstorbenen Künstlers Hubert Hubner und der Erbschaft seiner Lebensgefährtin Margot Jäger betragen 225.600 Euro, die komplett an Kinder in Not gingen. "Dabei agierten wir weltweit", sagte gestern Karl-Heinz Haug, der einstige Vorsitzende des Kuratoriums und Aufsichtsrat der Hubert-Hubner-Stiftung. Meier und er haben jahrelang "stundenlang Bilder gerahmt", erklärte gestern Haug, der mit seiner Frau Helene gekommen war. Das seien immer vergnügliche Stunden gewesen, bestätigte Lore Meier, die ihren Mann Josef in seiner unermüdlichen Ausstellungs- und Werbetätigkeit unterstützte.

Hubert Hubner kam 1905 in Gablonz im Sudetenland zur Welt und wanderte nach Amerika aus. Dort wurde Hubert Hubner ein erfolgreicher Designer, der seinen Lebensunterhalt mit dem Entwurf von Mustern für Teppiche, Gardinen und Tapeten verdiente. Von 1928 bis 1972 hatte er ein erfolgreiches Atelier im Herzen New Yorks, in dem fünf weitere Künstler beschäftigt waren. Schon zu Beginn der 30er Jahre wurde der damals weltgrößte handgeknüpfte Teppich nach Hubners Entwürfen für das New Yorker Luxushotel Waldorf-Astoria gefertigt.

In seiner Freizeit malte Hubert Hubner Stadtansichten und Landschaften, meist direkt vor Ort, mit dem Malblock auf dem Schoß. 1980 überredete der damalige Sparkassendirektor Josef Meier den mittlerweile in Lauterach lebenden Künstler zu einer Ausstellung in der Sparkasse. 89 Bilder wurden repräsentiert, mehr als 1500 weitere warteten auf weitere Käufer. Hubert Hubner starb 1991. Sein Grab ist auf dem Ehinger Friedhof in der Nähe des oberen Parkplatzes.

Hubners damalige Lebensgefährtin Margot Jäger bat Josef Meier um Unterstützung bei der Nachlassverwaltung und gründete am 1. Dezember 2000 die gemeinnützige Stiftung, deren Treuhänder Josef Meier wurde. Kuratoriumsvorsitzender wurde nach Margot Jägers Tod Karl-Heinz Haug.

Die Stiftung verkaufte in 20 Ausstellungen 446 Bilder und erlöste daraus 104.125 Euro. Margot Jäger setzte die Stiftung als Alleinerbin ein, wodurch nochmals ein erheblicher Betrag der Stiftung zufloss. Weitere Bilder wurden zur Selbstvermarktung beispielsweise an die Schönstadtpatres zugunsten der SOS Kinderdörfer übergeben. "Alle in der Stiftung verbliebenen Bilder erhielten eine Heimat", sagte Josef Meier, der damit auch seine Aufgabe als erfüllt ansieht. "Wir sehen die städtische Galerie auch als aufnehmende Stelle für solch einen Nachlass", meinte Oberbürgermeister Alexander Baumann gestern bei der Übergabe der letzten 11 Bilder aus der Wohnung von Margot Jäger. Die Kunstwerke werden etwa vier Wochen im Paul-Kleinschmidt-Saal ausgestellt und zeigen überwiegend Ansichten aus New York und Umgebung. Am Wochenende kann die Galerie aus Anlass der Schenkung kostenlos besucht werden.

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