Altenheim St. Hildegard Mit leckerem Eis und fruchtigen Getränken gegen die Hitze

Mit reichlich kühlen Getränken und viel Schatten lässt es sich im Altenheim St. Hildegard in Oberdischingen gut bei der Sommerhitze aushalten. Gerade für Senioren war die Hitzewelle sehr belastend.
Mit reichlich kühlen Getränken und viel Schatten lässt es sich im Altenheim St. Hildegard in Oberdischingen gut bei der Sommerhitze aushalten. Gerade für Senioren war die Hitzewelle sehr belastend. © Foto: Emmenlauer
Oberdischingen / Renate Emmenlauer 17.08.2018
Die tropischen Temperaturen in den letzten Wochen waren insbesondere für ältere Menschen belastend. Das Altenheim St. Hildegard in Oberdischingen hat mit hilfreichen Maßnahmen entgegengesteuert.

Ein halbes Dutzend älterer Damen sitzt unter einem riesigen Schirm im wohltuenden Schatten, jede mit einem fruchtigen kühlen Getränk in der Hand. Zudem ist die gut gelaunte Frauenrunde – alle Bewohnerinnen des Altenheims St. Hildegard in Oberdischingen – luftig angezogen. „Es war schon recht heiß diesen Sommer. Wir haben uns draußen immer ein schattiges Plätzchen gesucht“, berichtet Fanny Götz. Anna Rapp ergänzt: „Unser schöner Park mit den großen Bäumen bietet ja genug Schutz vor der Sonne.“ Auch habe sie tagsüber nie die Fenster in ihrem Zimmer geöffnet. „Sonst kommt doch die ganze Hitze rein. Lüften kann man in so heißen Tagen nur nachts“, sagt sie.

Erinnerung an die Sommer der Kindheit

Die rüstige Dame mit ihren 89 Jahren kann sich noch gut an die Sommer in ihrer Kindheit erinnern. Damals sei das Wetter viel beständiger gewesen. „Bei uns war es nie so heiß und so trocken. Der Klimawandel ist eben voll im Gange. Das spürt man überall auf der Welt.“ Im Fernsehen sehe man entweder Waldbrände, Überschwemmungen, Erdbeben oder schlimme Stürme.“

Antonie Mayer als passionierte Spaziergängerin hat in den vergangenen Wochen immer die kühleren Morgenstunden für ihr lieb gewonnenes Ritual genutzt. Den täglichen Gang zum Gottesdienst in der kühlen Hauskapelle beschreibt sie zudem als sehr erholsam. „Ich frühstücke auch immer gut und trinke regelmäßig. Das hilft gegen Kreislaufbeschwerden“, verrät die 86-Jährige einige ihrer persönlichen Tipps bei der Gluthitze. „Ich habe die Tage gut rumgekriegt. Wir sind auch toll betreut worden“, lobt Mechthild Schwenk. Das freut Maria Ott, die Direktorin des Altenheims. „Solche extrem hohen Temperaturen sind für unser Personal eine besondere Herausforderung. Denn zu unserem normalen Alltagsgeschäft kommen noch viele weitere Aufgaben hinzu, damit unsere 65 Bewohner den Sommer solide überstehen“, teilt sie mit. So habe man die Senioren, die alle im Alter zwischen 59 und 99 Jahren sind, mit kiloweise Eis verwöhnt, was richtig gut angekommen sei. Melonen, Aprikosen, Pfirsiche und anderes Obst der Saison, kühle sommerliche und isotonische Getränke und auch Malzbier seien gereicht worden.

Mehr trinken als sonst

„Unsere Mitarbeiter haben genau darauf geachtet, dass unsere Bewohner einiges mehr trinken als sonst.“ Zumal die erfahrene Altenheim-Chefin weiß, dass die Wärmeregulierung mit zunehmendem Alter erheblich schlechter wird. „Ältere Leute schwitzen weniger, gleichzeitig lässt das Durstgefühl nach, was dann zu einer höheren Körpertemperatur, zur Dehydrierung, mit dramatischen Folgen führen kann. Der Kreislauf wird durch den Flüssigkeitsmangel extrem belastet, was lebensbedrohlich werden kann“, erläutert Ott.

Das Personal achte genau darauf, dass die Bewohner reichlich trinken. Vorsichtshalber werde immer mal außer der Reihe die Körpertemperatur der Senioren gemessen. Kühle Kompressen und kalte Fußbäder leisteten zudem gute Dienste. Auch der Speiseplan sei auf die heißen Tage mit leichterem Essen ausgerichtet gewesen, gerne auch mal einen Wurstsalat oder Sülze. Um die Hitze nicht ins Haus zu lassen, seien tagsüber vielfach die Jalousien unten gewesen, man habe die Räume mit Ventilatoren belüftet, aber dennoch beachtet, dass die Bewohner keiner Zugluft ausgesetzt waren. Während des Tages waren mehrheitlich die Fenster geschlossen, nachts wurde aufgemacht.

Leistungsstarke Klimageräte eingesetzt

Im zweiten Geschoss, in dem sich die Hitze mehr staut, seien leistungsstarke Klimageräte eingesetzt worden, berichtet Ott.

Die Direktorin, die gerade ihren Urlaub hinter sich hat, zeigte sich mit dem Befinden der Bewohner und mit der Arbeit ihres Teams unter Führung von Pflegedienstleiterin Stefanie Schmid sehr zufrieden.

Aktuell sind im Altenheim St. Hildegard 85 Mitarbeiter beschäftigt, was einem Schlüssel von 45 Vollzeitkräften entspricht, 33 in der Pflege, 12 in weiteren Bereichen.

99

Jahre alt ist die älteste Bewohnerin des Altenheims St. Hildegard in Oberdischingen. Die Mitarbeiter achten sehr genau darauf, dass die Senioren bei Hitze ausreichend trinken.

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