Riedlingen Lebensmittel für den Tafelladen

Riedlingen / WALTRAUD WOLF 30.10.2015
Grundnahrungsmittel sind beim Tafelladen in Riedlingen immer rar. Spenden in Höhe von 5890 Euro ermöglichen jetzt Einkäufe zum Beispiel von Milch, Mehl und Fetten. Das verbessert die Versorgung.

Einen Scheck über 1500 Euro überreichten allein Rektor Werner Rieber und die Schülersprecher Sabrina Hecht und Jonathan Roll der Geschwister Scholl-Realschule. Vor sechs Jahren hatte die Lehrerin Jutta Rieber die Idee gehabt, bei der Schule einen Kleidercontainer aufzustellen. "Für einen sozialen Zweck", steht darauf. Geleert wird er regelmäßig von einer Altkleider verarbeitenden Firma.

Die Beträge, die dabei zusammenkommen, werden rund zwei Jahre lang angesammelt und dann vergeben. Diesmal fiel die Entscheidung auf den Tafelladen, nachdem unter dem Stichwort "Lebensmittel für Bedürftige" öffentlich zu Spenden aufgerufen worden war, eine der ersten Aufgaben der neuen evangelische Pfarrerin Anne Mielitz, die auch bei der Spendenübergabe dabei war. Denn die Geldbeträge laufen über das Konto der evangelischen Kirchengemeinde, die auch Spendenbescheinigungen ausstellen kann. Darauf wurden auch die 250 Dollar einbezahlt, die der amerikanische Professor Edward Swenson der Versorgung von Flüchtlingen in Riedlingen zugedacht hat. Kontakte zur Stadt hat er dank des Conrad-Graf-Hammerflügels und zu Museumsleiter Winfried Aßfalg.

Mit verderblicher Ware, wie Brot und Gemüse, wird der 2007 gegründete Tafelladen gut versorgt, weiß Hans Petermann. Der ehemalige Bürgermeister ist Sprecher des Tafelladens und selber beim Einsammeln der Waren unterwegs, so auch bei Netto und Penny in Zwiefalten. An seiner Seite agiert stets ein Asylbewerber, der beim Be- und Entladen hilft.

Vor allem die Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber in und um Riedlingen stellen die Mitarbeiter des Tafelladens vor neue Herausforderungen. Denn auch ihre Bewohner sind berechtigt, dort einzukaufen und das Gerangel wird größer. Dabei ist der Zugang zum Laden Glückssache: Jeder Anwesende greift in einen Eimer und entnimmt einen Würfel mit einer Zahl. Diese sagt dem Kunden, wann sich die Türen für ihn öffnen. Immer fünf Kunden gleichzeitig werden eingelassen. Es gibt Wartezeiten, deshalb soll es noch im Oktober ein Vordach vor den Tafelladen geben, dass die Kunden vor Regen geschützt sind.

Rund 100 Personen mit Berechtigungsschein dürfen einkaufen, sagt Hans Petermann. Auch aus Zwiefalten sind sie willkommen. Der Einkauf kann bis zu eineinhalb Stunden dauern. Der Zukauf von Lebensmitteln trage enorm zur Entspannung bei, betont Pfarrerin Anne Mielitz, weil so die Angst genommen werden könne, dass später nichts mehr da sein könnte.