Gemeinderat Lauterach entscheidet sich für Landkreis-Müllabfuhr

Der Lauteracher Gemeinderat hat sich das neue Häuschen auf dem Pausenhof der Schule angeschaut.
Der Lauteracher Gemeinderat hat sich das neue Häuschen auf dem Pausenhof der Schule angeschaut. © Foto: Dietmar Burgmaier
Lauterach / DIETMAR BURGMAIER 24.07.2018

Auch die Gemeinde Lauterach will die Organisation der Müllabfuhr von 2023 an an den Landkreis übergeben. Dies hat der Gemeinderat am Freitag beschlossen. Sieben Räte stimmten dafür, nur einer war dagegen. Über die künftige kreisweite Regelung der Müllentsorgung wird bald der Kreistag abstimmen. Der Landrat wünscht dazu ein einheitliches Verfahren.

Bürgermeister Bernhard Ritzler hatte einige Argumente für das Votum pro Landkreis ins Feld geführt: die Auslastung der örtlichen Gemeindeverwaltung mit der Müllgebühren-Kalkulation sowie die bessere Chance auf ein kostengünstiges Angebot bei der gemeinsamen Ausschreibung  durch den Landkreis. Ritzler sprach in diesem Zusammenhang von einem „Preisdiktat“ des regionalen Müllabfuhr-Anbieters; bei der vergangenen Ausschreibung war nur dessen Angebot eingegangen, es hatte eine Steigerung von 50 Prozent, berichtete er.

Lösung ist nicht einfach

Ritzler betonte, die Entscheidung für den Landkreis sei keine einfache Lösung. Aber vor dem Hintergrund, dass die Vorschriften immer komplizierter würden, könne man dieses Votum rechtfertigen. „In der größeren Hand sind wir besser aufgehoben“, sagte Ritzler. Auch bei einer Ausschreibung des Landkreises könne Braig ja ein Angebot einreichen. Der Berkacher Abfuhrunternehmer Karl-Eberhard Braig verfolgte die Debatte als Zuhörer, ohne sich zu Wort zu melden. In der Aussprache wurde klar, dass die Räte bereit sind, auf ein Stück Eigenständigkeit bei der Müllabfuhr zu verzichten.

Bei einem Vor-Ort-Termin auf dem Pausenhof der Schule schauten sich die Räte den neuen Unterstand in Form eines Holzhäuschens an. Bauhof-Mitarbeiter Ottmar Kloker hatte die Hütte mit seinem Kollegen aus Untermarchtal errichtet; Schulleitung und Eltern sorgten für den Anstrich. Die Kosten belaufen sich auf rund 1500 Euro: 1000  fürs Material und 500 für die Flaschnerarbeiten. Die Schulleitung und die Eltern malten außerdem Lernbilder auf dem Pausenhof: Eine „Zahlenkrake“ verdeutlicht das Einmaleins. Die Farbe dafür kostete 700 Euro. „Die Kinder haben eine Riesenfreude an diesen Neuerungen auf unserem Pausenhof“, sagte der Schultes.

Das Amtsblatt soll vom 15. September an auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht werden. Bislang kostet der Papierabzug pro Jahr zwölf Euro. Wer weiterhin das Amtsblatt ins Haus geliefert haben möchte, soll dies bei der Gemeinde angeben. Die Verwaltung bekommt einen neuen, höhenverstellbaren Schreibtisch mit zwei Rollcontainern. Das kostet 1700 Euro. Den Zuschlag aus drei Angeboten bekam eine Gefängnisschreinerei.

Kein Geld von Fachförderung

Der Gemeinderat entschied sich außerdem gegen einen Beitritt zur Wegebaugemeinschaft Albrand. „Wir haben keine eigenen Aufträge für diese Gemeinschaft zu vergeben“, argumentierte der Bürgermeister. Die Lauteracher Feldwege seien in einem guten Zustand, weil die Flurbereinigung noch nicht lange zurückliegt. Ritzler gab bekannt, dass die Gemeinde zwar vom Ausgleichstock einen Zuschuss von 50 000 Euro für den Bau einer Feuerwehr-Garage bekommt, bei der Fachförderung geht Lauterach in diesem Zusammenhang jedoch leer aus.

Der Rechtensteiner Unternehmer Elmar Reitter hat ein Baugesuch zum Umbau einer Lagerhalle zu drei Wohnungen hinter der „Krone“ in Lauterach eingereicht. Die Räte wollten dem nur zustimmen, wenn der Bauherr pro Wohn­ung anderthalb Auto-Stellplätze bereit hält.

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