Firmen Landtagsabgeordneter Manuel Hagel besucht Rechtenstein

Manuel Hagel (Mitte) besuchte gestern Firmen in Rechtenstein und sprach mit ihnen über ihre Wünsche.
Manuel Hagel (Mitte) besuchte gestern Firmen in Rechtenstein und sprach mit ihnen über ihre Wünsche. © Foto: Maria Bloching
Rechtenstein / MARIA BLOCHING 26.06.2018

Rund 30 kleine und große Betriebe gibt es in dem 300 Einwohner zählenden  Rechtenstein. „Wir haben eine sehr hohe Dichte an Gewerbetreibenden“, sagt Bürgermeisterin Romy Wurm. Deshalb hat sie auch den Landtagsabgeordneten Manuel Hagel in ihre kleine Gemeinde eingeladen, damit er vor Ort – also dort, wo Probleme entstehen – mit den Unternehmern ins Gespräch kommt. Schnell wurde dabei deutlich, dass alle mit den gleichen Nöten zu kämpfen haben: einem schlechten Internetanschluss. Doch die Gemeinde ist dran, wie Romy Wurm deutlich machte. Der Breitbandausbau sei in Planung, nun hoffe sie ebenso wie Hagel, dass die Maßnahmen bis spätestens Ende 2019 durchgezogen werden könnten. Denn viele Gemeinden haben derzeit laut Hagel damit zu kämpfen jemand zu finden, der die Arbeiten macht: „Oft zahlen sie dann den doppelten oder sogar dreifachen Preis“. Das hat Romy Wurm nicht vor, doch sie weiß auch, dass es dann erst einmal vorbei ist mit der Null bei der Pro-Kopf-Verschuldung. „Jetzt jagen wir sie eben wegen dieser elementaren Geschichte nach oben. Das hätte sich vor einigen Jahren noch niemand vorstellen können“.

Innovatives Unternehmen

Simon und Diana Herter freuen sich, dass sich bald etwas tut hinsichtlich eines schnellen Internets. Sie führen ein innovatives Unternehmen und vertreiben Gitterroste über einen Onlineshop. „Wir sind heilfroh, dass sich etwas tut“. Alles läuft in dem Betrieb online, selbst die Buchhaltung. Und bevor jeder der drei Mitarbeiter in den täglichen Ablauf einsteigt muss er erst überprüfen, ob ein normales Arbeiten überhaupt möglich ist. Hagel konnte die Sorgen verstehen.  „Das Internet ist die Zukunft des ländlichen Raums“. Bei der ersten Förderung fand Rechtenstein keine Berücksichtigung, dafür ist die Gemeinde „jetzt richtig dabei“, wie Wurm betonte. In jeder Straße gebe es gleich mehrere Gewerbetreibenden, der Zuschuss sei deshalb auch berechtigt. Simon und Diana Herter leben und arbeiten gerne hier, unter anderem auch, weil sie für ihren dreieinhalbjährigen Sohn Jakob eine gute Betreuung gefunden haben. „Vielleicht könnte man bei den Öffnungszeiten im Kindergarten Obermarchtal noch ein klein wenig flexibler sein“, brachten sie vor. Bei Manuel Hagel stießen sie dabei auf offene Ohren, schließlich ist ihm die Kinderbetreuung ein wichtiges Anliegen und er wird bald selbst Vater.

Fachkräfte fehlen

Auf einen echten Familienbetrieb stieß er bei der Schreinerei Schuler, die bereits in der sechsten Generation geführt wird. Markus Schuler beschäftigt vier Mitarbeiter und zwei Auszubildende, darunter auch seinen eigenen Sohn, der die Schreinerei irgendwann übernehmen wird. Und auch sein Vater Anton Schuler ist nach 65 Berufsjahren immer noch jeden Tag in der Werkstatt anzutreffen. „Ich hoffe, ihr habt nicht extra wegen mir aufgeräumt“, scherzte Hagel. Er informierte sich über die Auftragslage, über Fachkräftemangel und Infrastruktur. Die Schreinerei Schuler ist für ihre aufwendigen Restaurationen bekannt und arbeitet viel mit dem Amt für Denkmalschutz zusammen. Auch hier läuft vieles übers Internet und man profitiert von einem schnelleren Anschluss. Auf die Frage Hagels, was ihm denn am meisten Kummer mache, führte Markus Schuler den schwierigen Arbeitsmarkt auf. Bauberufen fehle es an Anerkennung und an Fachkräften, ganz im Gegensatz zur Industrie. Gute Schreiner zu finden ist für ihn ebenso wie die zunehmende Digitalisierung wohl die größte Herausforderung für die Zukunft.

Der Besuch beim Ingenieurbüro Gerold Häbe rundete den Informationsreigen in Rechtenstein ab. Hier erkundigte sich Hagel über die Effizienz von Projekten aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum, mit denen Häbe „uneingeschränkt positive Erfahrungen“ gemacht hat.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel