Es geht darum, die Kultur vor Ort zu stärken“, sagte Kurator Marco Hompes von der Villa Rot bei der Vernissage zur Ausstellung „Kunstsphäre Alb“ in der Städtischen Galerie. Die Präsentation hiesiger Künstler, die eine professionelle Ausbildung haben und von ihrer Kunst leben, zieht sich durch das ganze Festival Interim. Zum Auftakt präsentieren sich in einer umfangreichen Ausstellung 14 bildende Künstler und Bildhauer, die alle auf der Alb leben und arbeiten.

Zur Eröffnung kamen etwa 250 Besucher, die im größten Raum der Galerie kaum Platz fanden. Galerieleiterin Anne Linder und Marco Hompes stellten die Recherche im Vorfeld, die Atelierbesuche und die künstlerischen Ergebnisse vor. Denn jeder Künstler ist mit einer Biografie und Fotos aus seinem Atelier vertreten. Solche Einblicke in die Ateliers bleiben dem Betrachter üblicherweise verborgen, was wiederum den Charme der Ausstellung ausmacht.

Anne Linder verwies auf das Zusammenspiel der Formen von individueller Kunst und der Stuckdecke im Speth’schen Hof, die sich oft ergänzen. Die Werke von Roland Kappel, der aus dem Gedächtnis skurrile Baumaschinen und Krane konstruiert, stehen in einem Raum, dessen Fenster einen Blick auf Ehinger Krane eröffnet. Jörg Bachs kurvige Stahlkolosse bekommen ihr Echo in den zarten Kurven der Stuckornamente. Uwe Ernst inszeniert auf seinen Kohlezeichnungen ein buntes Welttheater, das wie ein Verweis auf das kommende Festival gelesen werden kann. Denn auch bei der Festivaleröffnung wird ein Traumtheater zu sehen sein.

Hinter den Kulissen laufen seit Wochen umfangreiche Vorbereitungen. Am Montag wird das Zelt auf dem Festplatz aufgebaut. Edgar Braig hat dort bereits einige seiner skurrilen Kunstwerke aus Sperrmüll-Fundstücken hingefahren. Ein ganztägiger Bläser-Workshop im Franziskanerkloster führte die verschiedenen Ensembles, Formationen und Musikprojekte der Musikschule zusammen, die an dem Festival auftreten werden. So erwartet die Besucher am Freitag, 28. Juni, von 20 Uhr an ein Konzert mit dem Titel „Colours of Music“, bei dem unter anderem die Videodokumentation „Donau_Wald_Floß“ von Patricija Gilyte mit Livemusik begleitet wird (weitere Programmpunkte siehe Info). Auch im Jugendhaus wurde bereits geprobt, um für die Konzerte fit zu sein.

Das Interim-Mobil, ein Transporter mit allerlei Ausstattung und Zubehör für kreatives Tun, hat in den vergangenen Wochen Schulklassen besucht und zum künstlerischen Schaffen angeregt. Das Auto wird an drei Festivaltagen als offenes Kunstatelier für junge Besucher bereitstehen. Die am Festival beteiligten Künstler Patricija Gilyte, Christian Greifendorf und Studenten der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart werden an allen Tagen inspirierend anleiten.

Ehinger interviewt

Ein weiterer „Mitspieler“ des Festivals ist der Wolfertturm, Ehingens heimliches Wahrzeichen. Im Treppenhaus des Turmes werden Zeichnungen ausgestellt, die Kinder und Jugendliche vom Turm geschaffen haben. Eine weitere Gruppe Jugendlicher sammelte in Ehingen Geschichten, Legenden und Anekdoten rund um den Turm. Unter der Leitung von Moritz Bussinger haben die Teilnehmer Interviews geführt, die Aufnahmen bearbeitet und eine Hör­installation aufbereitet. In diesen Tondokumenten werden sich so manche Ehinger im Turm wiederfinden.

Auf der Kunstwiese zeigen mehrere Künstler Installationen, Projekte und Objekte. „Wir wünschen uns für die Eröffnung viele Zuschauer“, sagte der Festival-Kurator Rainer Markus Walter. Denn dann wird es einen Ausblick auf die Festivaltage geben.

Die Veranstaltungen der kommenden Tage


Programm Das Festival Interim findet von Donnerstag, 27. Juni, bis Sonntag, 30. Juni, an mehreren Orten in Ehingen statt. Eröffnung ist am Donnerstag um 17 Uhr auf dem Gelände am Volksplatz.

Ausstellung Die „Kunstsphäre Alb“ in der Städtischen Galerie ist bis Samstag, 10. August, geöffnet: mittwochs, samstags und sonntags sowie während des Festivals von 14 bis 17 Uhr.

Kreativangebote Das Interim-Mobil steht für Besucher am Freitag von 17 bis 19 Uhr, am Samstag von 16 bis 19 Uhr und am Sonntag von 15 bis 18 Uhr bereit.

Wolfertturm Die Bilder­ausstellung und Hörinstallation ist am Donnerstag und Freitag jeweils 17 bis 20 Uhr zu erleben, Samstag 16 bis 19 Uhr und Sonntag 15 bis 18 Uhr.

Traumtheater Aufführungen von Donnerstag bis Samstag jeweils im Anschluss an Konzerte.