Rottenacker / DORIS MOSER  Uhr
Die anhaltende Niedrigzinsphase macht auch der Donau-Iller-Bank zu schaffen. Bei der Kundenversammlung in Rottenacker wurde deutlich, dass manche Dienstleitungen in Zukunft nicht mehr kostenlos sind.

Eine Mischung aus Informationen, Prognosen, Blasmusik und Foto-Impressionen über die Schwäbische Alb präsentierte die Donau-Iller-Bank rund 130 Besuchern bei der Kundenversammlung in Rottenacker. Zum Auftakt wurde den 130 Gästen in der Turn- und Festhalle Schweinerücken mit Kartoffelsalat serviert. „Die Fusion zur Donau-Iller-Bank war der richtige und auch wichtige Schritt, um den Herausforderungen auch in Zukunft Stand zu halten“, konstatierte Vorstandssprecher Hans-Peter Hirling. Dadurch ließen sich die Kräfte bündeln, was in schwierigen Zeiten umso wichtiger sei. Probleme bereitet den Banken neben der Bankenregulierung und dem immensen Bürokratismus derzeit vor allem die anhaltende Niedrigzinsphase. Das traditionelle Wechselspiel, das von den Kunden eingelegte Geld an die Kreditnehmer auszugeben und mit der Zinsspanne Geld zu verdienen, funktioniere nicht mehr. Folglich müssen in Zukunft Dienstleistungen der Bank entsprechend bepreist werden, sagte Hirling. „Auch Banken müssen Überschüsse erwirtschaften, sonst müssen am Ende die Steuerzahler in die Bresche springen“, gab er zu bedenken.

Hirling, der mit seinen Vorstandskollegen Horst Gaugel, Peter Seibel und Gerhard Deuringer in Rottenacker war, bekannte sich zum dichten Netz mit 45 Zweigstellen im Aktionsradius der Donau-Iller-Bank und zog den Vergleich zu einer Großbank, die in der Region Ulm jetzt vier Filialen geschlossen habe. „Uns ist die Nähe zu unseren Kunden wichtig“, betonte er. Trotz aller Unbill wurden 2014 solide Zuwächse erzielt. Die Einlagen wuchsen um zwei Prozent, die Kredite um 2,2 Prozent. Das Eigenkapital ließ sich um weitere sechs Millionen Euro steigern. Erzielt wurde ein Betriebsergebnis mit neun Millionen Euro. Diese Zahlen zu erreichen werde immer schwieriger. Ziel der Donau-Iller-Bank sei es, die Kosten zu reduzieren, was durch effektive Arbeitsabläufe und schlanke Strukturen im neuen Bankgebäude an der Pfisterstraße in Ehingen angestrebt wird. Ferner sollen die Kundenbeziehungen intensiviert und die Arbeitsplätze gesichert werden.

Wie sich die Bankgeschäfte in den Zweigstellen Rottenacker und Kirchbierlingen entwickelt haben, legte die Zweigstellenleiterin aus Rottenacker, Melanie Majic, dar. Die 25,4 Millionen Euro Einlagen übersteigen das Kreditvolumen mit 19,7 Millionen Euro, in den Depots liegen Wertpapiere für 2,3 Millionen Euro, bei Union Investment haben die Kunden 1,5 Millionen Euro angelegt und bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall Verträge mit einem Volumen von 5,2 Millionen Euro. Bei der R&V-Versicherung sind es 1,6 Millionen. Das Kundenvolumen insgesamt liegt bei 56,2 Millionen Euro. An den beiden Geldautomaten wurden 22.000 Euro in Auszahlungen getätigt. Die Donau-Iller-Bank hat im Bereich Rottenacker-Kirchbierlingen 2530 Kunden, davon sind 1050 Mitglieder der Genossenschaftsbank. Die Geldanlage werde bei derartig niedrigen Zinsen immer schwieriger, umso wichtige sei eine kompetente Beratung, sagte Majic. Beste Zeiten bedeuten die niedrigen Zinsen für die Häuslebauer und Investoren. Auch sie werden bei der Donau-Iller-Bank fachkundig beraten.

Mit Bildimpressionen lud Karl-Heinz Renz mit seiner Multimedia-Show zu einer facettenreichen Reise über die Schwäbische Alb. Die Musikkapelle Edelweiß Rottenacker unterhielt unter Leitung von Peter Munding mit flotter Blasmusik, das Programm moderierte Aufsichtsrat Eugen Springer aus Munderkingen.