Geschichte Kriegerbund-Fahne ist jetzt restauriert

Mit Gott in den Krieg: „Gott war mit uns, ihm sei Ehre“, ist auf der Fahne zu lesen.
Mit Gott in den Krieg: „Gott war mit uns, ihm sei Ehre“, ist auf der Fahne zu lesen. © Foto: Illenberger
Untermarchtal / Hermann Illenberger 13.08.2018

Die Gemeinde Untermarchtal hat die lange Zeit verschwundene Fahne des seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs aufgelösten Kriegerbund-Vereins von 1875 restaurieren lassen. Die Fahne hat zugleich einen neuen Aufbewahrungsort in der Gemeindehalle gefunden. Dort wird sie gesichert in einer Glasvitrine aufbewahrt, zusammen mit der Fahne des Liederkranzes Untermarchtal aus dem Jahre 1960. Inzwischen ist auch der Liederkranz Untermarchtal aufgelöst, und somit zeugen zwei Fahnen nicht mehr bestehender örtlicher Vereine von der Vergangenheit.

Zurück zur Fahne des Kriegerbund-Vereins: Die Gemeinde Untermarchtal als Nachfolge-Besitzerin der Fahne entschloss sich zur fachmännischen Restaurierung. Die Munderkinger Firma Fahnen Burger, erledigte den Auftrag. Kostenpunkt der Maßnahme: 551 Euro.

Vor gut einem Jahr war die lange verschollene Fahne wiederentdeckt worden: Joachim Heribert Fischer als Lindenwirt-Mitbesitzer, entdeckte bei der Bühnenräumung für den Umbau des Gebäudes das fast vergessene Stück. Die in den württembergischen Farben schwarz und rot gehaltene Kriegerbund-Fahne zeigt auf der Vorderseite die Inschrift „Kriegerbund Untermarchthal“ und das Gründungs- und Fahnenweihejahr 1875. Damals endete die gültige Schreibweise des Ortsnamens noch auf „thal“.

Mittig ist das württembergische Königswappen zu sehen, zudem der Wahlspruch „Furchtlos und Treu“. Das Wappen zeigt links die Hirschgeweihstangen des Stammwappens von Württemberg. Darüber prangt die Krone.

Bei der Schlacht in Belfort

Der Schild wird links von einem gekrönten, schwarzen Löwen und rechts von einem goldenen Hirsch flankiert. Die Rückseite ist in den den kaiserlichen Farben schwarz, weiß und rot gehalten und mit den Zahlen 1870 und 1871 der Kriegsjahre versehen. Von Eichen- und Lorbeerblättern  umkränzt, ist mittig die Inschrift „Gott war mit uns, ihm sei Ehre“ zu sehen. In den Fahnenecken stehen die Namen der kriegshistorischen Orte Sedan, Wörth, Villiers und Champigny.

Nicht auf der Fahne steht der Ort Belfort, wo die „Helden von Belfort“ aus Untermarchtal am Kriegsgeschehen beteiligt gewesen waren, wie Chronikschreiber Pfarrer Franz-Josef Schwitthelm beschreibt. 15 Namen von Soldaten aus Untermarchtal stehen noch heute am Ehinger Wolfertturm, die am Deutsch-Französischem Feldzug 1870/71 beteiligt gewesen waren.

Blick in die Vereinsgeschichte

Nach dem Ersten Weltkrieg Betrachtet man die Vereinslandschaft in Untermarchtal, so wurden in den vergangenen hundert Jahren mehrere Vereine gegründet und auch wieder aufgelöst. Dies geschah etwa mit dem Radfahrerverein „Concordia“, der 1928 aufgelöst und als „Deutsche Jugend Kraft“ ins Leben gerufen wurde. Unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Jungfrauen-Verein „Inocentia“, gegründet, der durch Theateraufführungen bekannt wurde und etwa 15 Jahre bestand. Mitte der 1920er Jahre wurde eine Kleinkaliber-Schützenabteilung dem Kriegerbund angeschlossen. In dieser Zeit wurde auch eine Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins gegründet. Sowohl die Schützenabteilung als auch der Albverein wurden Anfang der 1930er Jahre aufgelöst. 1930 wurde der Gesangverein Untermarchtal – nach Neugründung 1950 als Liederkranz Untermarchtal – gegründet und bestand bis 2018. Die „Deutsche Jugend Kraft“ wurde 1935 von den Nationalsozialisten verboten und in die Hitlerjugend eingegliedert.

Neubeginn Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Kriegerbund 1945 zunächst verboten und dann aufgelöst. Am 27. Juli 1946 fand im Gasthaus Linde eine der ersten Sportvereins-Neugründungen nach dem Zweiten Weltkrieg im Raum Ehingen statt. Eine weitere Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg war die Katholischen Landjugend (KLJB), die in den 1980er Jahren in „Landjugend Untermarchtal“ umbenannt wurde. Einen Musikverein zu gründen schlug Anfang der 1950er fehl. Dennoch wurde ein „Musikkreis“ ins Leben gerufen. 1990 wurde die Ortsgruppe des Schwäbischen Heimatbund (SHB) gegründet. Ebenfalls Anfang 1990er Jahre wurde der Verein „Country-Freunde Untermarchtal“ ins Leben gerufen, 2013 aber wieder aufgelöst. hi

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