Was kann der Kreistag leisten, um in Zukunft eine Regio-S-Bahn Donau-Iller zu schaffen, die den Anforderungen der Menschen im südlichen Alb-Donau-Kreis genügt? Diese Frage hat die SÜDWEST PRESSE Ehingen je einem Kandidaten derjenigen Parteien und Gruppierungen im Wahlkreis Ehingen vorgelegt, die eine Liste für die Wahl zum Alb-Donau-Kreistag aufgestellt haben.

 

Stephanie Bernickel, SPD, 30 Jahre alt: Das Regio-S-Bahn Konzept sieht fünfzehn Haltepunkte im gesamten südlichen Bereich des Alb-Donau-Kreises vor – zwischen Ehingen und Munderkingen sind vier Haltestellen geplant. In erster Linie lässt sich die Frage damit beantworten, dass der Kreistag verstärkt darauf hinarbeiten muss, dass nicht nur schrittweise kleine Erfolge hin zu einer besseren Anbindung gefeiert werden können. Gleichzeitig muss dafür gesorgt werden, dass alle Gemeinden, die nicht an der Bahnstrecke liegen, durch den weiteren Ausbau des ÖPNV über Busse oder Ruftaxis die Möglichkeit bekommen, vom Individual- auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen.

 

Manfred Nothacker, CDU, 58 Jahre alt: Der Alb-Donau-Kreis ist bei diesem Projekt (nur) einer von insgesamt neun kommunalen Beteiligten (drei Städte und sechs Landkreise). Das Kernstück des Projekts, ein halbstündiges Angebot auf der Schiene zu schaffen, hängt wesentlich von der Infrastruktur im Bahnbereich ab. Für die ist der Bund zuständig. Damit sind Einfluss und Mittel des Kreistags in gewissem Umfang begrenzt. Der Kreistag kann Forderungen aufstellen und öffentlichkeitswirksam politischen Druck aufbauen, wie zuletzt durch die CDU-Fraktion geschehen. Er kann Mittel zur Kofinanzierung bereitstellen, nicht aber die Finanzierungsverantwortung der Aufgabenträger übernehmen.

Bettina Egle, Grüne, 48 Jahre alt: Für die Regio-S-Bahn mit Halbstundentakt zwischen Ulm und Riedlingen sind eine gute Schieneninfrastruktur und moderne Bahnhöfe die entscheidende Voraussetzung. Das Land Baden-Württemberg zieht mit und hat für diese Strecke eine Elektrifizierung anvisiert. Allerdings ist für die Finanzierung der Bahninfrastruktur im Prinzip ausschließlich der Bund zuständig. Einen schnellen Ausbau zur Regio-S-Bahn werden wir deshalb nur erreichen, wenn der Kreis im Schulterschluss mit dem Land die nötigen Baumaßnahmen beim Bund einfordert und ebenso wie das Land einen Teil der Kosten übernimmt. Langfristig ist der Bau der Bahn-Querverbindung Erbach–Ehingen anzustreben.

 

Wolfgang Baumbast, FDP, 64 Jahre alt: Das Regio-S-Bahn-Vorhaben ist ein Projekt, das über die Kreisgrenzen hinaus von Bedeutung ist. Deshalb kann der Alb-Donau-Kreis alleine nichts bewegen. Dieses Projekt muss daher zur Chefsache gemacht werden. Und zwar zur Chefsache sämtlicher Landräte der angrenzenden Kreise. Nur wenn dieses Vorhaben von der höchsten Verwaltungsebene der betroffenen Landkreise heraus gemeinsam energisch vorangetrieben wird, kommt Bewegung in diese Angelegenheit.

 

Eugen Ciresa, AfD, 61 Jahre alt: Der Kreistag ist gut beraten, die Bürger der infrage kommenden Gemeinden von Anfang an in die Planung einzubeziehen, die Planung nach wirklichem Bedarf auszurichten – und nicht an politisch erwünschten Ergebnissen auszurichten. Ein solches Projekt muss sich auf Dauer auch selbst finanzieren, es kann nicht sein, dass die Steuerzahler für politische Initiativen zur Kasse gebeten werden, obwohl sie das Angebot nicht nutzen.

 

Wolf Brzoska, Freie, 80 Jahre alt: Die Freien Wähler unterstützen die Idee einer Zugverbindung Ehingen–Erbach. Dieses Thema ist aktuell im Kreistag und wird regelmäßig heftig und mit konkreten Vorschlägen diskutiert. Wir sind für eine Verbesserung der Bus- und Zugausstattungen und für eine bürgernahe Taktung der Fahrpläne.

Fragen an Gemeinderats- und Kreistagskandidaten


Wahl Die SÜDWEST PRESSE Ehingen hat je drei kommunalpolitische Fragen an einen Kandidaten der Parteien oder Gruppierungen gestellt, die für den Wahlkreis Ehingen eine Liste für die Wahl des künftigen Alb-Donau-Kreistags aufgestellt haben. Jeder Kandidat hat maximal 20 Zeilen Platz. Die beiden weiteren Fragen werden in den kommenden Tagen abgedruckt oder erscheinen online auf swp.de/ehingen. Auch mit Blick auf die Wahl des künftigen Gemeinderats Ehingen hat die SWP vier Fragen an je einen Kandidaten von CDU, SPD, Grüne, Freie, Junges Ehingen und FDP gestellt. Auch diese Antworten erscheinen in gesonderten Artikeln in den verbleibenden Tagen bis zur Wahl.