Donau Kraftwerk-Projekt in Verzug

Weil es an schwerem Bohrgerät fehlt, sind die Arbeiten am Wasserkraftwerk an der Donau in Rechtenstein zeitlich in Verzug, klagt Inhaber Elmar Reitter. Noch müssen etwa 40 Löcher bis zu 15 Meter tief ins Flussbett gebohrt werden, um die Fundamente für die neue Wehranlage zu stabilisieren.  Foto: Doris Moser
Weil es an schwerem Bohrgerät fehlt, sind die Arbeiten am Wasserkraftwerk an der Donau in Rechtenstein zeitlich in Verzug, klagt Inhaber Elmar Reitter. Noch müssen etwa 40 Löcher bis zu 15 Meter tief ins Flussbett gebohrt werden, um die Fundamente für die neue Wehranlage zu stabilisieren. Foto: Doris Moser © Foto: Doris Moser
Rechtenstein / Doris Moser 05.11.2016

Wenn Elmar Reitter zur Baustelle bei seinem Wasserkraftwerk an der Donau in Rechtenstein schaut, ist er nicht mehr zufrieden mit dem Fortgang der Arbeiten. „Es geht zu langsam voran“, klagt der Wasserkraft-Unternehmer. Es seien nur kleine Trupps der beauftragten Firma im Einsatz, weil es an schwerem Bohrgerät fehle. Noch etwa 40 Löcher müssten ins Flussbett, doch nur ein Gerät sei eingesetzt. Mehrere sollten es sein. Die Bohrpfähle reichen bis zu 15 Meter in den Untergrund und dienen dazu, die Fundamente für die neue Wehranlage zu stabilisieren. „Es gibt zur Zeit viele Baustellen mit Bedarf an Bohrgeräten und alle wollen noch vor dem Winter die Arbeiten erledigen“, weiß Reitter. Das ist für ihn aber kein Trost, vielmehr zehrt diese Situation mittlerweile an den Nerven. Der Zeitplan ist aus den Fugen geraten, ursprünglich sollte das Projekt bis Ostern 2017 fertig sein, nun wird Pfingsten angepeilt.

Auf der südlichen Donauseite ist das 19 Meter breite neue Wehrfeld betoniert und die stählerne Klappe montiert, sie wird derzeit von der Donau überspült, bis das zweite Wehrfeld ebenfalls fertig ist. Ziel ist es nun, noch vor Weihnachten die Bodenplatte zu betonieren.

Hoffen auf milden Winter

„Wir machen derzeit vor allem Sanierungsarbeiten am Bestand, weil das Kraftwerk ohnehin stillgelegt ist“, sagt Reitter. Im Januar soll es auf der Baustelle weitergehen, wenn das Wetter mitmacht und der Winter nicht allzu frostig wird. Beton lässt sich heutzutage erwärmen, und so kann an nicht zu kalten Tagen betoniert werden.

Neue vierte Turbine

Die Arbeiten auf der nördlichen Donauseite sind noch umfangreicher und komplizierter. Derzeit ist das Kraftwerk sowie der umgebende Bereich komplett mit einer Spundwand trockengelegt, um im Fluss arbeiten zu können. Ist das zweite Wehrfeld fertig, so wird der neue Leerschuss für die bisherigen drei Turbinen gebaut, dann folgt ein aufwendiger Fischpass. Dann wird der Leerschuss gebaut für die neue vierte Turbine. Mit ihr lässt sich die Produktion an umweltfreundlich erzeugter Energie von jetzt 1,8 auf rund 2,2 Millionen Kilowattstunden im Jahr steigern. Dennoch seit die Rentierlichkeit des gesamten Projekts sehr fragwürdig, gibt Reitter zu bedenken. Ihm gehe es aber vor allem um nachhaltige Energie und darum, das Kraftwerk in einem guten und technisch zeitgemäßen Zustand zu halten. Er glaubt an die Wasserkraft und daran, dass sie eine Zukunft hat in Zeiten der Energiewende.

Drei Jahrzehnte dauerte es, bis die neue Wehranlage und die Sanierung von den Behörden genehmig wurden.  Während der langen Planungs- und Genehmigungsphase verschärften sich die gesetzlichen Vorgaben für Wasserkraftwerke fortlaufend, was immer wieder Umplanungen und Verzögerungen bedeutete. „Wasserbau ist immer etwas ganz Spezielles“, sagt Reitter. Ein gänzlich neues Kraftwerk zu bauen, sei heutzutage so gut wie unmöglich.

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