Mariä Himmelfahrt Allmendingen: Kräuter für Kirche vorbereitet

Früh am Morgen haben Helferinnen aus den eigenen Gärten ein Sammelsurium an Kräutern zusammengetragen. Mindestens sieben Kräuter kommen in jedes Büschel.
Früh am Morgen haben Helferinnen aus den eigenen Gärten ein Sammelsurium an Kräutern zusammengetragen. Mindestens sieben Kräuter kommen in jedes Büschel. © Foto: Foto. Emmenlauer
Allmendingen / Renate Emmenlauer 14.08.2018

Der Garten des Allmendinger Pfarrhauses duftete gestern nach Kräutern. Lavendel, Salbei, Johanniskraut Thymian, Dill, Frauenmantel, Bohnenkraut, Minze, Schafgrabe, Goldrute und andere Schätze der Natur hatte das knappe Dutzend Helferinnen mit Maria Scholz, Maria Strauß, Theresia Braig, Ottilie Roßmeißl, Cäcilia Beier, Silvia Graf, Barbara Folk, Ursula Wörz, Maria Braun und Gertrud Dasch zum Fertigen der Kräuterbüschel in der Früh in den eigenen Gärten zusammengetragen. Die Helferinnen legten von jeder Kräutersorte ein Häuflein auf den Rasen.

„Das ist eine richtig schöne Sache, gemeinsam mit den anderen Frauen so eine wertvolle Aufgabe für die Kirche erfüllen zu können“, sagte eine Helferin, während alle mit präzisen Handgriffen Hunderte an Kräuterbüscheln fertigten. Kühle Getränke und ein Vesper standen für die fleißige Gruppe bereit. Pfarrer Jochen Wittschorek hatte schon 200 kleine Kärtchen mit Segenswünschen ausgedruckt, da jedes der Sträuße als Kleinod einen Segenswunsch angeheftet bekommen soll.

Heute Abend werden die liebevoll gebundenen Kräuterbüschel vor dem Gottesdienst (19 Uhr) zum Kirchenfeiertag Mariä Himmelfahrt, gleichzeitig auch das Patronatsfest der gleichnamigen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, gegen einen kleinen Obolus verkauft. Der Erlös soll dem Kauf der neuen Orgel zugute kommen.

Einst bekannter Wallfahrtsort

Die Weihe der Kräuterbüschel sei eine feste Tradition der katholischen Kirchengemeinde in Allmendingen, sagte Pfarrer Wittschorek. Allmendingen sei einst ein bekannter Wallfahrtsort mit einer gelebten Marientradition gewesen. Allerdings waren es, seit er die Kirchengemeinde übernommen habe, oft nicht viele Sträußchen, da man diese aus dem eigenen Garten mitbringen musste.

Der Pfarrer ersann deshalb vor zwei Jahren die Idee, seitens der Kirchengemeinde Kräuterbüschel zu binden und anzubieten. „Wir hatten damals 120 Stück, alle gingen weg. Vergangenes Jahr waren es 250 Büschel und keines blieb übrig.“ Wie viele es dieses Jahr werden, konnte er ungeachtet der stattlichen Menge an Kräutern gestern Vormittag noch nicht abschätzen. „Aber ich rechne wieder mit weit über 200 Sträußchen.“

Mindestens sieben Kräuter und etwas Blühendes komme in jedes Büschel. Wie der Pfarrer anmerkte, sei die Mehrzahl der Kräuterbüschel nach der Segnung getrocknet in den Häusern wiederzufinden. Wohl auch deshalb, weil den geweihten Kräutern eine heilende oder zumindest wohltuende Wirkung nachgesagt werde.

Woher kommt der Brauch?

Fest Das Fest „Mariä Himmelfahrt“ wird am heutigen Mittwoch, 15. August, gefeiert. In der Heilkunde der Alten Ägypter, Römer und Griechen spielten Kräuter eine bedeutende Rolle. Die bekehrten Christen übernahmen Anwendungen mit den Pflanzen. Gleichzeitig sah sich die römische Kirche veranlasst, die wundersame Wirkung der einzelnen Kräuter vom heidnischen Zauber zu befreien. Deshalb weihte man Kräuter in einer besonderen Zeremonie und wies dabei auf die Schöpferkraft Gottes hin.

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