Pflanzen Tag der offenen Gärten in Ehingen

Ehingen / Christina Kirsch 04.06.2018
Unterhaltsam, lehrreich und sehr kommunikativ war der erste Tag, an dem die Ehinger mit Freude private Gärten besuchen konnten.

Wart ihr schon in dem Garten mit dem großen Fischteich?“ „Hast du die schöne Funkie gesehen?“ und „Hat‘s bei euch auch den Salat verhagelt?“. Solche Fragen tauchten gestern beim Tag der offenen Gärten auf. Viele Ehinger sahen sich an diesem Nachmittag öfter, weil man von Garten zu Garten pilgerte, hier und dort ins Gespräch kam und die lockere Atmosphäre bei den Gastgebern genoss.

Auf Anregung von Elisabeth Mantz hatte die Volkshochschule den ersten Tag dieser Art organisiert und alle beteiligten Gärten, Blühinseln, Pavillons, Kräuterschnecken, Beete und Gartenhütten wurden eingehend inspiziert. Sogar die jeweiligen Komposthaufen waren von Interesse. Manche Besucher sahen in den vorgestellten Gärten vor allem die Arbeit, andere holten sich Ideen und einige bekamen von den Gartenbesitzern sogar ein paar Ableger mit nach Hause. „Meine Ableger vom Muskatellersalbei sind leider schon alle weg“, bedauerte Regine Geiger im Garten in der Gruorner Straße. „So schön wird der bei mir nie“, wusste eine Besucherin. „Das liegt bei uns vielleicht daran, dass wir so wenig Schnecken haben“, meinte Regine Geiger. Dafür gibt es in dem steil nach Süden abfallenden Garten Blindschleichen und Igel, Fingerhut und Spornblumen.

In anderen Gärten faszinierten die Wasserläufe und angelegten Teiche. Bei Katrin Brosch im Schlaufenbühl stellten die Besucher Fachfragen zu Filtertechnik und Fischbesatz. Die Schulleiterin hat mit ihrem Mann Ralf Hammer einen ehemaligen Pool zu einem Teich umfunktioniert. „Als wir das Haus kauften, war der Pool mit Brettern zugenagelt“, erzählte die Gartenbesitzerin. Jetzt ist es ein Teich, der in drei Zonen unterteilt ist und in dem alle möglichen Fische schwimmen. „Seit wir die Graskarpfen drin haben, gibt es auch kein Problem mehr mit Algen“, erläuterte Katrin Brosch. Allerdings interessieren sich die Fische auch für Hände und Füße, die man ins Wasser hält. „Wenn ich im Sommer meine Füße ins Wasser hänge, muss ich sie bewegen, sonst knabbern sie dran.“

Loblied aufs Unkraut

Das Knabbern der Fische finden Oscar (11) und Valentin (9), die Enkel von Josef und Elisabeth Mantz, dagegen ausgesprochen lustig. Im Teich der Großeltern schwimmen aber nur Goldfische. Die beiden Jungs hatten sich als Gartenzwerge kostümiert und gaben eine Führung zu den Wildbienen und dem Schäferkarren, in dem man auch zu zweit übernachten kann. Die Oma serviert dem Opa-Enkel-Duo dann das Frühstück. Großes Entzücken ernteten die Seerosen und jeder las die Sprüche, die auf rostigen Spaten oder auf Fensterglas geschrieben standen. „Traue keinem Ort, an dem kein Unkraut wächst“, stand dort.

Jeder Gartenbesitzer hat auch seine Unkrautecken, seine verhagelten Salatköpfe oder Kübelpflanzen, die dieses Jahr keine Lust zum Blühen haben. Oder Missgeschick beim Umgraben. „Bei der Aktion hat jemand den grünen Spargel gleich mit umgegraben“, erzählt Ralf Hammer schmunzelnd. Dabei dauert hat es drei bis vier Jahre, bis der Spargel erstmals ansetzt.

Ein Eichhörnchen nascht

Es gab auch Gärten außerhalb des Programms, die erst nach Drucklegung des Flyers noch mitmachten. Der 95-jährige Hans Baur zeigte seinen Nutzgarten und die Veranda. Auf dem Dach des Vogelhäuschens naschte ein Eichhörnchen am Vogelfutter. „Das ist ein verwegener Kerl, der kommt jeden Tag“, meinte der Senior. Besonders stolz ist er auf eine ausladende Rose, die es ihm nicht übel nahm, dass er sie einst auf den Kompost warf.

Auch die Stadtgärtnerei hatte ihre Gewächshäuser geöffnet. Hier kamen die Bewohnerinnen des Seniorenheims vorbei, „um mal hinter die Mauern zu schauen“. Manche Besucher hatten auch konkrete Fragen. „Wie kann ich meine Orchidee vermehren?“, wollte Evelyn Göppel aus Munderkingen wissen. „Orchideen bilden Pseudobulben“, meinte Stadtgärtner Jürgen Andelfinger. „Die teilen Sie einfach und schneiden Sie durch.“

In den vier Stunden der Öffnungszeit konnten die verschiedenen Gärten gar nicht alle besucht werden, aber jeder Besucher schien beglückt und hoch zufrieden. „Das muss wiederholt werden“, war die allgemeine Meinung.

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