Ehingen Konviktskirche in neuem Licht

Das neue Licht sitzt auf den Kapitellen, den oberen Abschlüssen der Säulen: Keine Hängelampe stört mehr den Blick auf die Vierungskuppel und die Fresken in Haupt- und Querschiff der Konviktskirche.
Das neue Licht sitzt auf den Kapitellen, den oberen Abschlüssen der Säulen: Keine Hängelampe stört mehr den Blick auf die Vierungskuppel und die Fresken in Haupt- und Querschiff der Konviktskirche. © Foto: Andreas Hacker
Ehingen / ANDREAS HACKER 27.12.2014
Im August 2011, vor mehr als drei Jahren, ist die Konviktskirche geschlossen worden. Jetzt sind Sanierung und Restaurierung fast fertig. Zur Wiedereröffnung im Juni 2015 kommt Bischof Gebhard Fürst.

Es war in den trüben Tagen dieses Dezembers ein schönes Bild: das Licht in den Fenstern der Konviktskirche, das zwei Wochen lang unterunterbrochen gebrannt hat und nach mehr als drei Jahren der Schließung nach außen trug, dass da im Innern dieses eindrucksvollen Baus etwas geschieht. Der Anlass war, wie Architekt Gerhard Scheid erzählt, eher banal: Im Innenraum einer der schönsten Herz-Jesu-Kirchen ist ein neues Licht installiert worden, das die Fresken an der Vierungskuppel und in den Gewölben von Haupt- und Querschiff ganz neu in Szene setzt: keine Lampen mehr, die von der Decke in den Innenraum hängen, sondern 100 LEDs, die auf den Kapitellen der Säulen angebracht wurden - 56 Doppelstrahler, 4 Einzelstrahler und 40 Linienleuchten. Und weil die nach Abbau des Innengerüsts nur noch mit einem Hubsteiger ausgetauscht werden können, gab es zuvor eine Bewährungsprobe: Lässt man die neuen Leuchten etwa zwei Wochen brennen, hat man eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Mängel in dieser Zeit erkennbar werden und die anderen LEDs dann ihre Betriebszeit von bis zu 50 000 Stunden sicher erreichen.

Scheid freut sich beim jetzt freien Blick auf das Fresko in der Kuppel mit dem nach oben, dem Himmel zu offenen Tempel, den vier Portalen und dem Herz Jesu im Zenit, dass das Denkmalamt der neuen Technik zugestimmt hat. Das neue Licht im Innenraum wird eine der Besonderheiten sein, wenn die Konviktskirche voraussichtlich im Juni 2015 nach dann knapp vierjähriger Außensanierung und Restaurierung im Innern von Bischof Gebhard Fürst wieder eröffnet wird.

An der Kirche waren, wie ausführlich berichtet, massive Schäden am Dach festgestellt worden. Das Gotteshaus war daraufhin geschlossen und im Februar 2012 auch leergeräumt worden. Die Baukosten waren anfangs auf 1,1 Millionen Euro geschätzt und dann auf knapp zwei Millionen Euro korrigiert worden. Jetzt rechnet die Diözese - die Konviktskirche gehört zum bischöflichen Stuhl und wird von Pfarrer Harald Gehrig als Rector Ecclesiae betreut - mit Kosten von 2,7 Millionen Euro.

"Bei den Arbeiten im Innern sind wir im Plan", sagt Architekt Scheid. Deckenschale, Gemälde und Wände sind erneuert, Lichtplanung und Elektroinstallation abgeschlossen. Schwerpunkt jetzt ist das neue Gestühl, das aus dem Eschenholz des alten Gestühls geschreinert wird. Der Natursteinboden muss noch abgeschliffen werden, dann folgt der Holzfußboden unter den neuen Sitzbänken. Bereits fertig sind die liturgischen Orte: Der Münchner Bildhauer Alexander Henselmann, der Enkel des Altar-Erbauers Josef Henselmann, hat Ambo, Tabernakel und Priestersitz zum Altar passend neu gestaltet.

Verbunden mit der Renovierung ist ein Wechsel bei den Gemälden: Die "Auferweckung des Lazarus" geht zurück in die Sülchenkirche in Rottenburg, aus der das Bild stammt; dafür kommen aus Diözesanbeständen die Gemälde "Darstellung des Herrn" und "Mariä Heimsuchung" neu.

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