Der Trend der Europawahl hat sich in der Gemeinderatswahl fortgesetzt, wenngleich in abgeschwächter Form: Die CDU ist Verlierer der Wahl. Sie büßt – gemäß vorläufigem amtlichen Endergebnis – 7,6 Prozentpunkte ein, kommt nun auf 53 Prozent, 2014 waren es noch 60,6 Prozent. Die Christdemokraten bleiben aber stärkste Kraft im künftigen Rat, an dessen Tisch nun wegen der Unechten Teilortswahl 36 statt wie bislang 34 Stühle stehen. Mit ihrem Ergebnis nimmt die CDU 19 Sitze ein, bislang waren es 21, sie verteidigt trotz der Verluste aber die absolute Mehrheit. Die Verluste zeigen sich unter anderem in der Pfarrei, hier geht ein Sitz an die Grünen.

Hagel ist Stimmkönig

Stimmkönig unter den Bewerbern aller Listen ist der CDU-Stadtrat und Fraktionsvorsitzende Manuel Hagel, er kommt auf 7796 Stimmen, 2014 waren es 6198. Er zieht zudem in den Kreistag ein. Hagel sieht im Ehinger Ergebnis die Chance auf „Kontinuität und Stabilität“. Die Verluste seiner Partei erklärt er sich mit einer „Abwahlmentalität der Groko“ und einem bundes- und landesweiten Trend, demzufolge Themen wie Klimaschutz auch in kleineren Städten mehr an Bedeutung gewinnen. Die Ehinger CDU sei aber noch ganz gut weggekommen.

Die Grünen gehen als klare Gewinner aus der Kommunalwahl hervor und legen um 6,5 Prozentpunkte zu, kommen nun auf 18,4 Prozent (11,9 Prozent) – und werden zweitstärkste Kraft. Der Zuwachs an Stimmen bringt den Grünen, die in der vergangenen Amtsperiode mit vier Sitzen vertreten waren, drei zusätzliche Sitze am Gemeinderatstisch, künftig also sieben.

Jens Scherb gelang es zudem, das Mandat von Sabine Paschke im Wohnbezirk Alb-Kirchen zu halten – wobei die CDU im Bezirk auch wieder, wie vor 2014, mit vier Räten vertreten ist; Franz Braig sitzt künftig für die Pfarrei als Grüner am Gemeinderatstisch. Die weiteren Zugewinne bringen Sitze im Bezirk Ehingen. Fraktionschef Hubert Dangelmaier erklärt sich den Erfolg mit dem allgemeinen Trend und damit, dass die Wähler anerkannt haben, was die Grünen in den vergangenen Jahren getan haben. „Wir machen nicht so viel anders, aber zu Dingen wie Artenschutz gibt’s eine klare Haltung.“ Ebenfalls als Gewinner fühlen darf sich die Gruppierung Junges Ehingen: Sie verbessert ihr Ergebnis um 2,0 Prozentpunkte auf 8,0 Prozent (6), bekommt damit einen weiteren Sitz für Moritz Kienzle aus dem Bezirk Ehingen. Mit drei Sitzen ist zudem die Bildung einer Fraktion möglich. „Ein Spitzenergebnis“, sagt Julia Fischer von Junges Ehingen, die sich auch über junge Stadträte in anderen Fraktionen freut.

SPD muss Verluste hinnehmen

Die FDP, die erstmals mit einer eigenen Liste und nicht in Verbindung mit den Freien in den Wahlkampf zog, holt  aus dem Stand heraus 2,6 Prozent und bekommt einen Sitz für Wolfgang Baumbast. Der will auf die Freien Wähler zugehen und eine Fraktionsgemeinschaft bilden. Die Freien verlieren 1,1 Prozentpunkte bei der Wahl, kommen auf 8,3 Prozent (9,4), erhalten aber auch künftig wie gehabt drei Mandate. Von ihnen war am Montag kein Vertreter im Rathaus.

Zweitgrößter Verlierer ist auch bei der Kommunalwahl in Ehingen die SPD, sie verliert 2,5 Prozentpunkte und steht nun bei 9,7 Prozent (12,2). Statt vier stehen den Sozialdemokraten künftig noch drei Sitze zu, Joachim Schmucker im Bezirk Nasgenstadt ist – trotz Unechter Teilortswahl – nicht gewählt. „Genosse Trend kann man nicht analysieren“, sagt Fraktionschef Georg Mangold. Im Vergleich zur Europawahl sei man allerdings mit einem blauen Auge davongekommen.

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