Allmendingen Körper, Geist und Seele als eine Einheit Vortrag Traditionelle Chinesische Medizin

Wer zuviel grübelt, vergisst zu leben, sagte Ingrid Kurfürst beim Vortrag.
Wer zuviel grübelt, vergisst zu leben, sagte Ingrid Kurfürst beim Vortrag. © Foto: Doris Moser
Allmendingen / DORIS MOSER 21.10.2014
Wenn Körper, Geist und Seele im Einklang sind, geht es den Menschen gut, sagt Dr. Ingrid Kurfürst über TCM, die Traditionelle Chinesische Medizin.

Emotionen sind wichtig, sie zu unterdrücken oder nicht zu zeigen, kann Menschen seelisch und organisch krank machen. Das erläuterte Dr. Ingrid Kurfürst bei ihrem Vortrag vor rund 80 Besuchern. Sie ist ärztliche Leiterin der Klinik für Traditionelle Chinesische Medizin in Illertissen, die allerdings vorwiegend Privatpatienten behandelt. Nur in wenigen Fällen mit bestimmten Krankheitsbildern übernehmen Krankenkassen die Kosten für diese Heilkunst. Dass körperliche Leiden und Schmerzen häufig mit der psychischen Befindlichkeit zusammenhängen, steht in der Traditionellen Chinesischen Medizin seit 4500 Jahren im Mittelpunkt allen Heilens. Nun öffnet sich auch die westliche Schulmedizin für diesen ganzheitlichen Weg.

Sich selbst anzunehmen ist laut Ingrid Kurfürst wesentlich; genauso wie die Veränderungen im Laufe des Lebens zu akzeptieren. Wenn man sich von jemand verletzt oder ungerecht behandelt fühlt, sollte man dies sagen, sonst drücken Ärger und Frust, und wenn dies lange andauert, kann der Mensch psychisch und organisch krank werden. Auch Wut sei eine normale Reaktion, die nicht unterdrückt werden sollte. Den eigenen Neigungen und Talenten nachgehen, sei für ein gutes Leben wichtig, in der Vergangenheit verharren oder sich zu viel mit der Zukunft zu beschäftigen, bringe die Menschen nicht voran.

"Die Gegenwart ist wichtig, sie sollte möglichst positiv gestaltet werden", riet die Referentin. Wer zu viel grübelt, vergisst darüber zu leben. Nach Ausgeglichenheit von Körper, Geist und Seele zu streben, sei wichtig, doch das völlige Gleichgewicht lasse sich nicht erreichen, gab Kurfürst zu bedenken. Das wäre auch nicht gut, denn dann würde Stillstand eintreten und der Mensch hätte keine Anreize mehr, an sich zu arbeiten. Heilen will die TCM vornehmlich mit Akupunktur, Bewegungstherapie und speziellen Kräutertees. Sie werden von einer Professorin für jeden Patienten individuell gemischt.

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