Besondere Begegnung

Aufgrund natürlicher Materialermüdung hat sich dieser Tage eine kleine Schriftplatte von einem historischen Grabdenkmal auf dem Ehinger Friedhof gelöst. Ein unbekannter Name aus den 1950er Jahren auf einer dünnen Marmorplatte - nichts Besonderes eigentlich. Die Platte gelangte jedoch in die Hände von Sonja Freudenreich von der Steinmetzwerkstatt auf der anderen Seite der Ulmer Straße. Und die warf aus Erfahrung sofort einen Blick auf die Rückseite, denn Steinmaterial ist früher häufig mehrfach verwendet worden. Tatsächlich fand sich auf der Rückseite eine Inschrift: Es handelt sich ursprünglich um die Grabinschrift für Crescentia (1811 bis 1878) und Anton Buck (1802 bis 1885). Über diese Familie hatte Sonja Freudenreich geforscht und nun hielt sie aus purem Zufall die verkleinerte Schriftplatte in Händen. Anton Buck hatte ab den 1830er Jahren mit Erfolg ein Baugeschäft in der Stadt betrieben. Jedoch war bei der Meisterprüfung seine Leistung beim Entwurf eines Wohnhauses stark kritisiert worden. Dies verwendeten die Ehinger Mitbewerber nur zu gerne gegen ihn. Somit war er im Zugzwang und baute, um seinen Ruf als Wohnhauserbauer zu retten, 1845 trotzig ein geradezu prächtiges Wohn- und Geschäftshaus an die wichtige Lindenstraße in Ehingen - das Haus mit der Nummer 60, heute Bechler. Mit diesem Anwesen wurde er zum Namensgeber des heutigen "Bucks Höfle", das sich hinter seinem Haus angesiedelt hat. Er war ein aktiver Mann, das zeigen seine Berufungen zum Schätzer und Sachverständigen (1853), zum Zunftvorsteher (1870), zum Schöffen (1872) und Geschworenen (1873) am Schwurgericht Ulm. Mehr als 130 Jahre nach seinem Tod hat sich Anton Buck nun noch einmal bemerkbar gemacht. In der Steinmetzwerkstatt Freudenreich freute man sich mächtig über diesen unverhofften Gruß aus der Vergangenheit - die doppelte Bedeutung der Marmorplatte wird dokumentiert, bevor sie wieder an ihrem Platz befestigt wird.

Parade der Liebesmaien

Mancherorts ist keiner zu finden, im kleinen Reutlingendorf sind gleich drei Liebesmaien in einer Straße aufgereiht wie die Orgelpfeifen. Einer schöner und höher als der andere, sind die stattlichen Bäumchen ein sichtbarer Beweis von Zuneigung und Liebe, zumal die Verehrer mit schmückendem Beiwerk nicht geizten. Bänder, Herzen und weiteres Material baumeln an den Ästen. Nachvollziehbar war in der Mainacht in der Lindenstraße mächtig was los, denn zwei der Bäumchen wurden zwei Schwestern bei demselben Haus gesteckt, das dritte gilt einer jungen Dame im Nachbargarten. Für die Betrachter bietet sich somit ein seltenes Bild und für die Fotografen ein spezielles Motiv.

Radeln für Afrika

Vom Bodensee bis nach Wolfsburg, 850 Kilometer auf dem Fahrrad: Zu dieser Fahrt ist Uwe Cohrs (60) Ende April von der Insel Reichenau aus gestartet. Der Wolfsburger macht das aber nicht einfach zum Spaß, sondern möchte Spendengelder für das Projekt "Be Your Own Hero e.V.", für die "Reichenau-Mission-School" in Underberg, Südafrika, sammeln. Am Dienstagabend kam Cohrs nach 85 Kilometer in Ehingen an. Sein erster Stopp führte zu Sappi, um sich für die bereits erhaltende und vorab angefragte Spende zu bedanken und um über sein Projekt in Südafrika zu berichten. "Be Your own Hero e.V." hat in den Townships der ländlichen und abgelegenen Gegend in KwaZulu-Natal sogenannte "Safe Houses" aufgebaut. Diese dienen als Schutz, Beratungs- und Vermittlungsort sowie als Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Hilfesuchende, die von Ihrer Familie verstoßen wurden, oder andere Misshandlungen wie Gewalt und Missbrauch erfahren haben. Die Spenden, die Cohrs durch seine Fahrradtour erradeln möchte, sollen für den Aufbau eines Schulgartens dienen. Die Jugendlichen sollen lernen, Obst und Gemüse selber anzubauen und somit ihre Ernährung weiter ergänzen.

Fahnenmast im Zickzack

"An dieser Stelle, man kann es sehen, da sollten beim Fest zwei Fahnen wehen!", so beginnt ein Gedicht zum untenstehenden Foto. Da war das Loch für den Fahnenmast der Narrenzunft Obermarchtal vor der Narren-Molke schon gebuddelt und dann fiel auf: Der Mast wird das Wirtshausschild verdecken! Gäste könnten womöglich an der Molke vorbeigehen, ohne ihren Durst stillen zu können. Doch zu Glück hat der "Schloßgoischd die Baustell checkt und gleich den groben Fehler hat entdeckt!" Nun schlängelt sich der Fahnenmast im Zickzack um das Wirtshausschild herum, sodass es gut sichtbar bleibt. Problem erkannt, Problem gebannt.