Disteln für Piloten

Über gute Wetterbedingungen konnten sich die Teilnehmer des 14-tägigen Fluglagers der Segelflieger vom Sportfliegerclub Ehingen am Schlechtenfelder Hang freuen. Zum Abschluss des Fluglagers erreichten mit Dietmar Denk und Richard Fischer zwei Flugschüler ein ganz besonderes Ziel: Sie flogen zum ersten Mal ohne ihre Fluglehrer. Fred Oppitz, der Vorsitzende des Segelfliegerclubs, nahm die obligatorische Fliegertaufe vor. Alle Gratulanten durften den Flugschülern einen Klaps auf das nasse Hinterteil geben. Das soll, so sagen alte und erfahrene Piloten, das Gefühl für die Thermik fördern. Danach gab es einen ganz besonderen Blumenstrauß, bestehend aus Disteln. Diese sollen - zur Verfeinerung der Motorik der Hände - zur perfekten Steuerung des Flugzeuges beitragen. Fast 20 Piloten nahmen an dem Lager teil. Ziel war es, das gute Wetter ausgiebig zu nutzen, damit die Flugschüler rascher mit ihrer Ausbildung vorankommen. Die erfahrenen Segelflieger nutzten die Tage für ausgiebige Streckenflüge in den Schwarzwald, ins Alpenvorland und über die Schwäbische Alb. Einige Piloten konnten die vorhergesagte Thermik für lange Streckenflüge nutzen und kamen erst am späten Abend wieder nach Schlechtenfeld zurück. Die Fluglehrer Fred Oppitz, Sören Rust, Dietmar Fremdling und Wolfram Fremdling waren fast pausenlos im Einsatz, um ihren vier Flugschülern das nötige Wissen und ihre Erfahrungen weiterzugeben. Segelfliegen ist übrigens eine "Mannschaftssportart": In der Regel übernehmen mindestens zwei Personen im Wechsel Dienst an der Winde, ein weiteres Mitglied übernimmt die Rückholung der Schleppseile und die gelandeten Flugzeuge müssen mit vereinten Kräften wieder an den Start gebracht werden. Ein Flugleiter ist verantwortlich für die Starts und Landungen. Geflogen wird in Schlechtenfeld in der Regel von Ostern bis Ende Oktober an den Wochenenden. Wer vom Segelfliegen träumt oder gerne einmal selber fliegen möchte, kann mit 14 Jahren und der Zustimmung der Eltern mit der Ausbildung beginnen. Der Pilotenschein kann bereits mit 16 Jahren erworben werden.

Sozialer Start

Acht Jugendliche haben in den Werkstätten für behinderte Menschen des Heggbacher Werkstattverbundes in Ehingen einen neuen Start gewagt: Sie sind in ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Praktikum eingestiegen und werden künftig in allen Bereichen und Orten der Ehinger Werkstätten eingesetzt: Ob bei Betreuten mit Behinderungen oder psychischen Krankheiten und an allen vier Standorten, berichtet Claudia Flassak, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit. Außer in Ehingen dürfen Robin Wachter, Pascal Ruoß, Selina Bückle, Simon Kneißle, Rebekka Rech, Vanessa Zimmermann, Analena Vukovic und Ines Bulla daher auch in der Filiale Laichingen in die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen hineinschnuppern.