Köpfe, Klatsch, Kurioses

AH 10.01.2015

Schwierig, aber gut

Es war für Karl Traub einer der schwierigsten Neujahrsempfänge, die der CDU-Landtagsabgeordnete in seinem Wahlkreis gegeben hat: Am Donnerstag in Untermarchtal hat er gesagt, dass er im Sommer 2016 mit der Arbeit im Parlament in Stuttgart aufhört - nach dann 20 Jahren. Der Nachfolger von Ventur Schöttle (1976 bis 1996) wird Anfang April 74 Jahre alt, hat sich aber lange gegen den Rat und die Erwartung in der Partei gesträubt, sich nun endlich zu erklären. Den Ablöseprozess an der Spitze der Kreistagsfraktion bezeichnen Beteiligte - vorsichtig formuliert - als heftig und zäh; Verletzungen aus diesem Herbst 2014 wirken bis heute nach. Umso erfreuter wird in der CDU vermerkt, dass es nun offenbar gelingt, in gegenseitiger Achtung Zweierlei zu schaffen: einen würdigen Abschied für Traub mit guten eineinhalb Jahren im Landtag und ein Neuaufbau im Kreis. Traub selbst hat das Seine dazu beigetragen: eine ausführliche Begrüßung, wenige persönliche Sätze und ein bewegter Schluss: "Ich möchte Ihnen ganz einfach danke sagen." Dass es danach wieder etwas lang geworden ist, ändert nichts daran - so ist er halt, der Karl Traub.

Hilfe bei Schopenhauer

Der eigentliche Höhepunkt bei Traubs Empfang war das Grußwort des Hausherrn: Untermarchtals Bürgermeister Bernhard Ritzler hatte nicht nur für Traubs Ehefrau Rosmarie Blumen mitgebracht, sondern sich auch Worte des Philosophen Arthur Schopenhauer zu Herzen genommen: "Für eine gelungene Rede gebrauche gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge." So warb er - bei Landtagspäsident Guido Wolf und Regierungspräsident Hermann Strampfer gleichermaßen - für Unterstützung für seine Gemeinde beim Ausbau der Breitbandversorgung wie beim Anschluss an die Bahn. "Wir haben zwar einen Bahnhof", sagte Ritzler, "und die Schienen führen auch direkt daran vorbei, aber es hält kein Zug mehr." Dabei kämen im Jahr allein 30 000 Besucher ins Bildungshaus des Klosters. Sollten in Untermarchtal wieder Züge halten und Wolf dann mit der Bahn anreisen, "biete ich mich Ihnen als Gepäckträger an", sagte Ritzler und erweiterte dieses Angebot auch auf Strampfer und Landrat Heinz Seiffert. Nur bald müsse dass sein - "solange ich noch Koffer tragen kann". Die Lacher auf seiner Seite hatte Ritzler dann bei Übergabe des Geschenks für Wolf im Wahlkampf: "Für Linsen und Spätzle machen Schwaben viel mehr als nur ein Kreuz an der richtigen Stelle."

Abschied für die Kopps

In Altsteußlingen hat der Neujahrsempfang Tradition. Der Ortsvorsteher lädt - diesmal zum 25. Mal - im Namen der Ortsverwaltung den Ortschaftsrat, die im vergangenen Jahr ausgeschiedenen Ortschaftsräte und den Kirchengemeinderat mit Partnern sowie Pfarrer Otto Glökler ins Rathaus ein. Erstmals fand der Empfang am Dreikönigstag statt, bei dem mit dem neuen Ortsvorsteher Josef Huber auf das neue Jahr angestoßen wurde. Der feierliche Rahmen war auch Anlass, um den bisherigen Ortsvorsteher Wolfgang Kopp zu verabschieden. Josef Huber blickte auf die Aktivitäten der vergangenen zehn Jahre unter Wolfgang Kopp zurück. Auch Gabi Kopp, die mit ihrem Ehemann Wolfgang den Amtsbotendienst und die Gebäudereinigung im Rathaus erledigt hatte, wurde verabschiedet. Huber dankte dem Ehepaar für seinen Einsatz für den Heimatort, verbunden mit den besten Wünschen für die Zukunft.

Diamantener Meisterbrief Gleich zwei seltene Jubiläen gab es jetzt beim Einrichtungsfachgeschäft Thielemann in Ehingen zu feiern. Im Kreis der Mitarbeiter wurde im Josefshof in Mühlhausen bei Oberstadion Alois Schirmer für 40-jährige Betriebszugehörigkeit geehrt. Schirmer war am 1. Januar 1975 in den Betrieb eingetreten, in dem er als Raumausstattermeister beschäftigt ist und hat als verantwortlicher Ausbildungsmeister auch viele Lehrlinge ausgebildet. Andreas und Christa Thielemann übergaben die Urkunde und bedankten sich für Zuverlässigkeit, Loyalität, Qualitätsbewusstsein und Leistungsbereitschaft. Außerdem erhielt der Firmengründer Karl Thielemann senior den diamantenen Meisterbrief - er hat vor mehr als 60 Jahren (im Frühjahr 1953 in Stuttgart) die Meisterprüfung im Raumausstatterberuf abgelegt, wobei das Handwerk damals noch Sattler und Tapezierer geheißen hat.