KÖPFE - KLATSCH - KURIOSES

AH/EB 21.06.2014

712 Meter Luftmaschen

"Eine bestrickende Idee" lautete die Überschrift, als die SÜDWEST PRESSE am 2. April das Projekt "Die gewollte Donau" vorgestellt hat, bei dem es darum geht, bis zum Donaufest am 13. Juli in Ulm einen Flussteppich zu schaffen, der den Verlauf der Donau von der Quelle bis zur Mündung nachzeichnet. Seit Carmen Stadelhofer aus Ulm im Museum in Ehingen die Idee vorgestellt hat, zieht diese ihre Kreise und begeistert die Leute. Auch das Seniorenzentrum Ehingen hat sich beteiligt: "Über Monate saßen handarbeitsbegeisterte Bewohnerinnen im wöchentlich stattfindenden Strickstübchen zusammen und häkelten mit großer Ausdauer Luftmaschenketten", berichtet Daniela Rieker von der ADK GmbH. Andere Helfer haben daraus dann die 50 x 50 cm großen Teppiche gestrickt, die am Ende vor dem Münster zum Flussteppich zusammengelegt werden sollen. Das waren gemütliche Stunden, schildert Rieker, wobei auch immer wieder die Donau zur Sprache kam und die Bewohnerinnen sich Geschichten, die sie mit diesem Fluss in der Heimat oder im Urlaub erlebt hatten, erzählten. "Alle waren sehr stolz, an einem solchen völkerverbindenden Projekt beteiligt zu sein und freuen sich sehr darauf, die weiteren Schritte mitzuerleben." Am Schluss waren es dann 712 Meter Luftmaschenketten, die aufgerollt und säuberlich beschriftet im Caritas-Büro am Wenzelstein übergeben wurden, in dem bis zum Brückenfest am 28. Juni in Ehingen alle Strick- und Häkelaktivitäten zusammenlaufen. Die 712 Meter reichen für dreieinhalb Sitzkissen, sagt Ursula von Helldorf, die mit Wolf Brzoska vom Partnerschaftsverein Ehingen-Esztergom die Bemühungen koordiniert, dass aus Ehingen genau 8,55 Kilometer an verstrickten Häkelschnüren zum Gesamtprojekt dazukommen - so lang ist der Abschnitt der Donau auf Gemarkung Ehingen. Etwa 200 Meter Luftmaschen ergeben einen der kleinen Teppiche, die - praktisch gedacht - später dann als Sitzkissen genutzt werden können. Die Unterstützung für das Projekt reicht dabei weit über Ehingen hinaus, berichtet Ursula von Helldorff. Ob Altheim, Munderkingen oder Schelklingen - von überall melden sich Frauen und schicken fertige Teppiche. "Es ist schön zu sehen, wie die Frauen über das Häkeln wieder miteinander ins Gespräch kommen", freut sich Ursula von Helldorf, mancherorts lebe die alte Kunkelstube wieder auf. Und sie wollen wissen, wie es weitergeht - deshalb ist es für die Bewohnerinnen im Seniorenheim schon jetzt ausgemachte Sache, dass sie am kommenden Samstag beim Brückenfest in der Bahnhofstraße dabei sind, wenn sich zeigt, ob Ehingen sein Ziel erreicht hat.

Mit Zollstock nach Rom

Der Empfang im Ehinger Rathaus im Vorfeld des Großen Zapfenstreichs der Bürgerwache war für Annette Schavan der letzte Termin im Wahlkreis. Sie sei immer gern und auch oft in Ehingen gewesen, sagte die CDU-Bundestagsabgeordnete in ihrem kurzen Grußwort, und habe hier gute Jahre erlebt. Das sehen auch andere so, für die der CDU-Landtagsabgeordnete Karl Traub das auf die kurze Formel brachte: "Du wirst mir fehlen." Wie es für die künftige Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland beim Vatikan weitergehen wird, lässt sich aus den vielen Gesprächen entnehmen, die an diesem Abend geführt wurden: Zunächst fährt Annette Schavan mit dem Auto zu ihrer letzten Sitzungswoche im Bundestag nach Berlin. Dann kommt sie, wie sie dem SPD-Gemeinderat Wolf-Rüdiger Stummer erzählt hat, wieder zurück, um dann mit dem Flugzeug nach Rom zu reisen. Mit im Gepäck: ein Meterstab. Sie will mit dem Zollstock ausmessen und dann entscheiden, was in ihrer Wohnung in Ulm bleibt und was mit in den Dienstsitz in der Vatikanstadt kommt.