Anfang Dezember 2019 sind die ersten vier Patienten im Alb-Donau Klinikum Ehingen im Rahmen ihrer Kniegelenksersatz­operation vom Mako-Roboter der Firma Stryker operiert worden. Die Klinik war damals die erste im Baden-Württemberg, die auf dieses innovative und gleichzeitig gut untersuchte Verfahren setzte. Im Jahr 2020 haben in Ehingen 280 Menschen ein neues Kniegelenk gekommen. Im Vergleich zum Vorjahr war dies eine Steigerung um mehr als 50 Prozent. Mitte der Woche – etwas mehr als ein Jahr nach dem Start – konnte die Klinik die 200. Kniegelenks-Operation mit dem Roboter durchführen. Das ist umso bemerkenswerter, weil davon acht Wochen lang corona-bedingt nicht operiert wurde, so das Klinikum in einer Pressemitteilung.

Verstärkte Nachfrage nach Operationsmethode mit Roboter

„Ich war wirklich erstaunt, wie schnell die verstärkte Nachfrage nach genau dieser Operationsmethode zu spüren war. Wir haben Anfragen von weit außerhalb unseres Einzugsbereichs erhalten, das hat uns wieder einmal gezeigt, dass sich Patienten ausgesprochen gut informieren. Die sind dann auch bereit, für eine Operation 200 Kilometer zu fahren, wenn sie hoffen, dadurch ein besseres Ergebnis zu bekommen“ sagt Prof. Michael Kramer, Chefarzt der Chirurgischen Klinik in Ehingen. „Insbesondere Patienten, die zuvor schon ein konventionell operiertes Knie hatten, merken den Unterschied deutlich.“ Die Patienten drängten früher auf ihre Entlassung, auch der Schmerzmittelkonsum insgesamt sei spürbar geringer.

Patienten sind schneller mobil

Auch bei der Physiotherapie seien die Unterschiede spürbar. Anja Rehm, Studioleitung im S 29, stellt fest: „Die mit dem Roboter operierten Patienten erreichen deutlich schneller die 90 Prozent Beweglichkeit im Knie und sind schneller mobil, sie können früher auf dem Flur laufen oder Treppen gehen als Patienten, die herkömmlich operiert  wurden.“
Und wie sehen die Operateure ihren neuen Kollegen im OP? „Wenn ich zurückblicke, ist es spannend, wie schnell es normal wurde, mit dem Mako zu operieren. Die Unterstützung durch den Roboter erhöht die Präzision beim Sägen, wodurch das Implantat noch idealer positioniert werden kann“, sagt Dr. Jochen Weißenburger, Leitender Oberarzt der Chirurgischen Klinik. Auch Martin Elbel, Sektionsleiter der Endoprothetik, zieht ein positives Fazit: „Das System ist sehr intuitiv und bringt noch mehr Qualität in die Behandlung.“