Öpfingen Kleinkunst in der Öpfinger Mehrzweckhalle.

"Mir begrüßet alle Leut" - mit diesem Lied spazierten "Mannes Sangesmannen" am Samstag in die Öpfinger Mehrzweckhalle.
"Mir begrüßet alle Leut" - mit diesem Lied spazierten "Mannes Sangesmannen" am Samstag in die Öpfinger Mehrzweckhalle. © Foto: Emmenlauer
Öpfingen / RENATE EMMENLAUER 07.04.2014
Ein ausverkauftes Haus und höchst strapazierte Lachmuskeln der vergnügten Zuhörer - so lautet die Bilanz aus dem dritten Gastspiel der "Mannes Sangesmannen" in der Öpfinger Mehrzweckhalle.

Kleinkunst vom Feinsten mit bester oberschwäbischer Mundart bescherten die "Mannes Sangesmannen" am Samstagabend den rund 300 Besuchern in der Öpfinger Mehrzweckhalle. Es war ein Höhepunkt im Kulturangebot der VHS Öpfingen, das weit und breit seinesgleichen sucht. Bürgermeister Karl Lüddecke schwärmte mit strahlender Miene: "Mit so einem vollen Haus haben wir nicht gerechnet." Bereits zum dritten Mal sei die A-Cappella-Gruppe in Öpfingen zu Gast, "und sie waren bisher jedes Mal ein Knüller", ergänzte er. Womit Lüddecke nicht zu hoch gegriffen hatte, wie sich rasch zeigte.

Das bekannte Sextett aus Bad Wurzach und drumherum spazierte singend mit dem Lied "Mit begrüßet alle Leut" durch den Mittelgang nach vorne. Mit ihrer lockeren und amüsanten Art gewannen die musikalischen Kabarettisten schnell die Sympathien des Publikums. Begeisterten Applaus ernteten die stimmgewaltigen und wortgewandten Herren mit ihrem Satz: "Nicht jeder hat die Gnade und ist Oberschwabe. Liebenswert, erhaltenswert und auf alle Fälle forschungsinteressant."

Die Herzen der Zuhörer regelrecht im Sturm eroberten die "Mannes Sangesmannen" mit ihrer Nähe zum Publikum. Auf die Frage "Wer von euch kennt uns?" gingen viele Hände in den Rängen nach oben. Auf die Frage "Wer ist kein Schwabe?" nur wenige. Ein Dame verriet, sie komme ursprünglich aus Belgien, lebe aber schon 40 Jahre in Öpfingen. "Aber wo ist ihr Mann? Zieht er ,Wetten dass . . . dem hiesigen Kulturprogramm vor?", kam es von der Bühne. "Der war einfach nur müde", meinte sie entschuldigend. "Ja, da hat der richtig was verpasst", kam der Konter.

A cappella definierten die Bühnenkünstler mit "Singen ganz ohne "Kapell". Wen der Sangesmannen-Virus nicht schon infiziert hatte, den erwischte es spätestens bei der Geschichte, dass Gott beim Verteilen der Dialekte den Schwaben seinen eigenen gab. Unkompliziert, ohne viel drumherum und nie unter der Gürtellinie, aber mit kurzweiliger Comedy und witzigen Gesangseinlagen, verflogen die zwei Stunden wie im Flug. Wer sich nicht schon den Bauch vor lauter lachen hielt oder Tränen lachte, hatte sich dennoch köstlich amüsiert, wie der Blick durch die Reihen bestätigte.

Auch der Schultes musste im urigen Programm des Sextetts herhalten. Für "Lüddeckes Karle" hatten sie spontan ein Wahlkampflied komponiert mit dem Text "Liegt an der schönen Donau, Öpfingen, so heißt das Dörflein, meine Heimat und mein Ort". So manches Detail aus dem Ort kam aufs Tablett, mit dem gewissen Etwas , und jede Menge urschwäbischer Wörter, bei der sich selbst viele Schwaben im Publikum die Zähne ausbissen. Das Ländle kaute das Sextett liebenswert durch, natürlich am liebsten ihre Heimat "Wuza ond dromherum".

Für ihr kabarettistisches Talent haben "Mannes Sangesmannen" übrigens schon den Kleinkunstpreis Baden-Württemberg erhalten. Die Bewirtung der Besucher hatte die Gymnastikabteilung der SG Öpfingen übernommen.