Kreismusikfest Klangvoll und farbenfroh

Kirchen / Christina Kirsch 11.06.2018

Der Himmel machte es am Festsonntag spannend. Dunkle Wolken und blaue Löcher wechselten sich ab, aber der Gesamtchor und der Umzug blieben trocken. Es prasselte erst, nachdem der letzte Umzugswagen durch war.

Das Kreismusikfest erlebte gestern einen Tag, an dem alles stimmte und perfekt ablief. Der Gesamtchor mit mehr als 2500 Musikern aus 54 Musikvereinen gab ein großartiges Bild ab. Rupert Braig, der Bezirksvertreter West des Blasmusikkreisverband Ulm/Alb-Donau begrüßte die riesige Musikerschar und Landrat Heiner Scheffold grüßte mit dem Motto der Kirchener Musikkapelle „Unser Herz schlägt Blasmusik“. Der Alb-Donau-Kreis wäre ohne Blasmusik nicht vorstellbar, meinte der Landrat, der später auch noch zum Dirigentenstab griff. Beim Ausrichten von Festen könne man sich auf die Kirchener verlassen, lobte Scheffold. „Bei den Kirchbierlingern, die nächstes Jahr das Kreismusikfest ausrichten, und bei dem Patenverein in Dächingen haben sie zuverlässige Helfer gefunden.“ Da jubelten alle.

„Mir geht das Herz auf und ich freue mich heftig auf den Gesamtchor“, bekannte Oberbürgermeister Alexander Baumann. So ein Fest erfülle ihn mit Stolz und Freude. „Wir sind eine kreismusikfesterprobte Stadt“, meinte das Stadtoberhaupt. Auch Ortsvorsteher Alfred Schrode und der stellvertretende Kreisverbandsdirigent Steffen Lepple richteten sich lobend an die Kapellen.  Kreisverbandsdirigentin Elisabeth Maier schloss den musikalischen Reigen des Gesamtchors mit der Nationalhymne und die Musiker erhoben ihre Instrumente für den Musikergruß.

Zielscheibe und Kanone

Fahnenabordnungen der Musikkapelle Kirchen und der Patenkapelle Dächingen mit mehr als 80 Musikern führten nach den abgefeuerten Böllerschüssen den großen Umzug an, zu dem sich die Besucher schon frühzeitig am Straßenrand eingefunden und es sich in Campingstühlen bequem gemacht hatten. Die Kirchbierlinger folgten mit nicht weniger Musikern und dem Festwagen mit der Martinuskirche. Kleine und größere Gruppierungen gaben ein buntes Bild ab. Die Schützengilde Rottenacker fuhr eine riesige Zielscheibe durch das Dorf und die Munderkinger kamen mit einer historischen Kanone. Der Kirchener Kindergarten lief als Musiknoten mit und die Stadtkapelle Munderkingen hatte sich mit schwäbischen Halbtrachten in Schale geworfen. Die Teilorte setzten alles daran, ihre historischen Schlepper, Mähdrescher, Heuwender und Handwerkerwagen auf Vordermann zu bringen, damit sie ein schönes Bild abgeben. Es war jedoch vermutlich das erste Kreismusikfest, bei dem eine Straßenwalze der Firma Hess mitfuhr. „Da geht man vorne am besten weg“, riet Moderator Joe Betz dem Publikum.

Nach zwei Stunden regnet es

Hoch willkommen waren auch die Getränke wie Most und Wein, die von einigen Wagen an das Publikum ausgeschenkt wurden. Vor dem Nass aus einer Spritze von einem Feuerwehrwagen musste man sich in Acht nehmen. Aus den Körbchen mancher Frauen flogen kleine Wecken ins Publikum. Vor allem die Kinder unter den Zuschauern bejubelten die Hunde des Kirchener Hundeausbildungsvereins „WIWA“. Die Vierbeiner hatten extra einen Probelauf mit Musikkapellenbegleitung absolviert, um sie an die musikalische Umrahmung zu gewöhnen. Man sah aber auch Ziegen des Ehinger Ziegenzuchtvereins, Pferdegespanne der Berg Brauerei und einen Käfig voller Tauben aus dem Nachbarort Altsteußlingen. Fast zwei Stunden lang durften die Kirchener und ihre Besucher schauen, klatschen und sich an dem bunten Bild erfreuen. Danach setzte Petrus dem bunten Treiben eine Ende und die Menschen flüchteten sich vor einem kurzen Gewitter unter Garagenvordächer und in Hauseingänge. Im Festzelt unterhielt man sich danach noch lange über diesen prächtigen Festumzug.

Heiße Partynacht

Vorausgegangen war eine heiße Partynacht mit Notausgang und Mickie Krause. Wobei die Nacht auf Sponntag in Kirchen extrem kurz war  und nicht wenige Vereinsmitglieder machten gleich die Nacht zum Tag, nachdem sich Stargast Mickie Krause erst für 1.30 Uhr am frühen Sonntagmorgen angesagt hatte. Helfer und Ordner, Musiker und Fans zeigten sich extrem konditionsstark und posteten noch Sonntag früh um vier Uhr Fotos vom Geschehen.

Zum Einstieg in die lange Partynacht mit Blasmusik und Mallorca-Hits heizten der Sänger Tobee aus Kuchen im Filstal und die Band Notausgang die Stimmung an. Tobee ist im Hauptberuf Zahnarzt und praktiziert auch, wenn er nicht gerade im Partytempel „Bierkönig“ auf Mallorca Stimmung macht. In Kirchen gehörte ihm die Stunde von 22 bis 23 Uhr und die Fans gingen bei Titeln wie „Helikopter“ und „Aua im Kopf“ ausgelassen mit. Der Band Notausgang kam dann die Aufgabe zu, die Zeit bis zum Erscheinen von Ballermann-Star Mickie Krause zu überbrücken, was das Dutzend Jungs mit überbordender Energie auch gelang.

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