Gewerbe Kioskbetreiber: Tankstellen keine Konkurrenz

Ehingen / Maurice Glienke 09.07.2018
Zwar werden Tankstellen-Shops immer größer, doch Kioske sind aus dem Stadtbild nicht wegzudenken.

Zwei Männer lehnen an der Wand des Kiosks am Bahnhof und plaudern. Für Kiosk-Betreiberin Sabrina Schork ein Tag wie jeder andere, ab und an steigt sie ins Gespräch der beiden mit ein, bedient zwischendurch neue Kunden. „Die meisten sind Stammkunden, wir kennen uns mittlerweile“, sagt die Kioskbetreiberin.

Um die Nachfrage an Kiosken kann es nicht allzu schlecht stehen, bedenkt man, dass Schork das kleine Häuschen im Eigentum der Stadt seit Anfang März, je von 6 bis 22 Uhr, betreibt und bereits Stammkunden vorweisen kann. Damals hat sie den zuletzt selten geöffneten Kiosk übernommen, zuvor hatte sie eine Bar in Biberach betrieben.

Sie will eine Anlaufstelle für die Ehinger sein, die rund um den Bahnhof unterwegs sind. „Der Bahnhofsvorplatz genießt nicht den besten Ruf. Ich möchte das ändern und die Leute an meinen Kiosk bringen.“ Sie wolle die zentrale Lage nutzen, Ehingen an diesem Flecken mitgestalten. Den Anfang machte sie mit monatlichen Grillpartys, die sie auf dem Vorplatz veranstaltet. Über den Tag hinweg kommen unterschiedliche Gäste, darunter Rentner, Busfahrer in ihrer Pause oder Schulkinder, die mit dem Zug weiterfahren.

Von Konkurrenz zu Tankstellen oder anderen Kiosk-Betreibern will Schork nichts wissen. „Wir unterstützen uns gegenseitig.“ Jeder Kunde, der anderswo kaufen wolle, solle das machen, und seien es Tankstellen. Statt Zeitschriften – „an denen verdiene ich so ziemlich gar nichts“ – will sie künftig eine neue Getränke- und Eiskarte anbieten.

Ganz anders dagegen die Situation im – noch vorhandenen  – Kiosk am Bucks Höfle. Schon um kurz vor 4 Uhr morgens beginnt für Inhaberin Sofia Chatziharalambidou die Arbeit, Zeitschriften und Tageszeitungen müssen einsortiert werden. Bis zum Feierabend um 19 Uhr vergehen da noch 15 Stunden. An Freizeit ist bei dieser Arbeit an sechs Tagen in der Woche beinahe nicht zu denken. „Die Kunden wissen es zu schätzen, dass wir über die Jahre hinweg die Zeitschriften oder Tabakwaren hier haben, die sie wünschen“, sagt Chatziharalambidou.

Mit Gelassenheit am Werk

Seit mehr als 18 Jahren betreibt die Griechin in der Mitte des Hofes den kleinen Verkaufsraum. Mit großer Gelassenheit registriert sie jeden Kunden, spricht die meisten mit Namen an und weiß sogar, wer welche Zeitschrift kauft. Selbst den größten Andrang, sobald die wöchentlichen Lottotipper zu ihr kommen, meistert sie mit Ruhe. „Man ergänzt sich gegenseitig und jeder favorisiert eben seinen Weg“, sagt sie über die vermeintliche Konkurrenz der Tankstellen-Shops.

Chatziharalambidou pflegt Gewohnheiten, platziert Waren immer am gleichen Ort. Das macht es einfacher für die Kundschaft, die das honoriert, erzählt sie. „Die meisten wissen, wohin sie greifen müssen, bezahlen und gehen.“ Aber nicht wenige plaudern auch gerne, man kennt sich eben nach all den Jahren.

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