Konzert Jugendmusikcamp spielt in der Lindenhalle

Ehingen / Renate Emmenlauer 20.08.2018
Begeisterung für die Musik hat 58 junge Menschen beim Jugendmusikcamp der Bläserjugend eine Woche lang zusammengeführt.

Es war beeindruckend, zu sehen und zu hören, was Dirigent Franco Hänle mit den 58 jungen Musikerinnen und Musikern beim achten Jugendmusikcamp in der Landesakademie Ochsenhausen erreicht hat.

„Ich bin mehr als zufrieden, es ist einfach toll“, sagte Franco Hänle am Sonntag beim Abschlusskonzert in der Ehinger Lindenhalle. Die Leistungen seiner Schützlinge hätten sich nach nur einer gemeinsamen Projektwoche erheblich gesteigert.

Das Hobby Musik leben

Beim Jugendmusikcamp geht es nach den Worten des Musikpädagogen darum, den Jugendlichen das breite Spektrum der sinfonischen Blasmusik aufzuzeigen. „Die Musikvereine bieten Jugendorchestern eine sehr gute Basis. Aber technisch schwierige Literatur kann dort oft nicht gespielt werden, weil die notwendige Registerstärke im Ensemble fehlt“, sagte Hänle.

Das Jugendmusikcamp werde bewusst jedes Jahr von einem anderen Dozenten geleitet. Jeder musikalische Leiter setze seinen eigenen Schwerpunkt, was so die Vielfalt gewährleiste. „Ich setze den Fokus immer auf ein anspruchsvolles wie originelles Programm, das von den Teilnehmern einiges abverlangt, aber auch super Spaß macht, es zu erarbeiten“, betonte Franco Hänle. Lobenswert erachtete Projektleiter Christian König, dass die Teilnehmer eine Woche von ihren wohlverdienten Ferien oder vom Sommerurlaub abknapsten, um das Hobby Musik zu leben.

Über 300 Zuhörer beim Abschlusskonzert

Von dem positiven Ergebnis des Jugendmusikcamps konnten sich die mehr als 300 Zuhörer beim Abschlusskonzert am Sonntagnachmittag in der Ehinger Lindenhalle überzeugen. Schon zu Beginn des zweistündigen Musikgenusses gab es das erste Schmankerl. Dirigent Franco Hänle rief laut: „Wo sind die Schlagzeuger?“ und bezog auch das Publikum bei der Suche mit ein. Flugs ging die Tür auf und vier Instrumentalisten marschierten musizierend mit kleinen und großen Trommeln in den Saal und lieferten ein kurzweiliges Trommelfeuer.

Mit festlichen Klängen, effektvoll gespickt durch laute Trommelschläge, stimmte das Orchester bei der „Fanfare for the common man“ in das Arrangement ein. Das viersätzige Werk „Voyages on a Rowing Song“ sprühte vor Extravaganz, speziell was die effektvollen Klangspielereien anbelangte. Und das Orchester präsentierte sich mit viel Herzblut und wie aus einem Guss – obwohl sich eine Woche davor noch kaum einer der Jugendlichen kannte.

Positive Eigendynamik

Die sanft anmutende, klangreiche Komposition „Rest“ löste unter den Zuhörern offenkundig vielfältige Emotionen aus. Der überschäumende Beifall des begeisterten Publikums war mehr als verdient. Bei „Tulsa – a Symphonic Portrait in Oil“ ließen die Interpreten ihr Publikum den  Weg von der unberührten Natur im Wilden Westen, den Kämpfen der Weißen mit den Indianern, die Inbesitznahme und Umwandlung der Wildnis in die Zivilisation bis zur rasanten Wende durch die Ölquellen und dem Triumphzug der Ölhauptstadt Tulsa mitfühlen, gekrönt mit einer Parade zum Finale.

Welche positive Eigendynamik sich aus dem Jugendmusikcamp entwickelt hat, zeigten danach die unterhaltsamen Beiträge von vier kleineren Ensembles in ungewöhnlicher Instrumentierung. Rauschender Beifall folgte nach jedem Stück. Wie man mit Bleistiften und Notenständern coole Musik machen kann, bewies das Orchester bei „Rhythm Stand“. Mit der pulsierenden „James Bond 007 – Selection for Concertband“ und der Zugabe „Happy“, bei der die Instrumentalisten musizierend aus dem Saal marschierten, schien der Beifall keine Ende zu nehmen.

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Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 21

Zahlen 58 Teilnehmer zwischen elf und 21 Jahren weilten beim achten Jugendmusikcamp der Bläserjugend Baden-Württemberg vom 13. bis 19. August in der Landesakademie in Ochsenhausen. Projektleiter Christian König und ein Dutzend Betreuer hatten das Camp organisiert.

Zum Zug kommen die jungen Instrumentalisten, die sich nach der Ausschreibung zuerst anmelden. Neben der Musik gab es verschiedene Freizeitangebote bis hin zum einem Showabend und einem Flashmob am vergangenen Samstag auf dem Biberacher Marktplatz.

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