Region Jugend arbeitet für die Jugend

MARKUS FRÖSE / RENATE EMMENLAUER 06.12.2012
Hunderte Schüler im Alb-Donau-Kreis haben gestern wieder gearbeitet, um ihren Lohn für Jugendprojekte zur Verfügung zu stellen. Dies alles im Rahmen der landesweiten Aktion"Mitmachen - Ehrensache".

"Ich würde mich freuen, wenn Jugendhäuser von dem Geld profitieren - natürlich auch unser Jugendhaus", sagt Annika Enderle aus Munderkingen. Sie hat gestern im Lebensmittelladen ihrer Großmutter mitgearbeitet und ihren Arbeitslohn der Aktion "Mitmachen - Ehrensache" zur Verfügung gestellt. So wie Annika haben gestern am internationalen "Tag des Ehrenamts" wieder einige hundert Schüler im Alb-Donau-Kreis bei einem Arbeitgeber ihrer Wahl gejobbt.

Der Alb-Donau-Kreis hat sich zum achten Mal organisatorisch an "Mitmachen - Ehrensache" beteiligt, teilt Landratsamtssprecher Bernd Weltin mit. Landrat Heinz Seiffert ist außerdem Schirmherr der Aktion im Kreis, weil er das Engagement der Schüler sehr begrüßt. "Zum einen bekommen die Jugendlichen Einblicke in die Arbeitswelt", sagt Seiffert. Das Landratsamt habe sich zudem wieder als Arbeitgeber an der Aktion beteiligt, etwa in Langenau, wo ein Schüler gestern in der Straßenmeisterei gejobbt habe.

"Die erarbeiteten Gelder gehen an verschiedene Jugendprojekte im ganzen Kreisgebiet", erklärt Seiffert weiter. "Im kommenden Jahr wird dann ein Vergabegremium mit Jugendlichen und Vertretern der Jugendarbeit über die Mittelverwendung entscheiden." Das Aktionsbüro im Sozialdezernat des Landratsamts um Thomas Längerer habe auch diesmal wieder viele junge "Botschafter" in den Schulen ausgebildet, die für "Mitmachen - Ehrensache" bei ihren Mitschülern geworben haben.

Auch Annika ist Botschafterin gewesen und wurde von ihren Mitstreitern zudem ins fünfköpfige Gremium gewählt, das über die Mittelverwendung entscheiden wird. Dabei kommt tatsächlich so einiges zusammen: Im vergangenen Jahr haben fast 970 Schüler aus 39 Schulen im Landkreis rund 30 000 Euro erwirtschaftet. "Landesweit kam jeder zehnte Schüler, der mitmachte, aus dem Alb-Donau-Kreis", teilt Weltin weiter mit. Durchaus mit Stolz: "Damit gehörte der Landkreis, wie schon in den Vorjahren, zur Spitzengruppe, was die Beteiligung der Jugendlichen angeht."

Wie viele dieses Jahr mitgemacht haben und wie viel Geld dabei heraus gekommen ist, steht noch nicht fest. Bilanz wird Anfang des kommenden Jahres gezogen. Sicher ist aber, dass es wieder nur Gewinner gibt: Außer den profitierenden Jugendprojekten und den Schülern, die Erfahrungen gewonnen haben, sind dies sicher auch die Arbeitgeber, die so engagierte Jungbürger kennengelernt haben.

Auch im Möbelhaus Borst waren "Mitmacher" tätig. "War das ein spannender Tag heute. Es waren so viele Kunden hier. Und die waren super freundlich", schwärmt Natalie Schaible. Die Achtklässlerin der Realschule Ehingen, 14, aus Pfraunstetten wollte einfach mal reinschnuppern. Auch Realschülerin Sarah Mayer (13) hat fast acht Stunden Arbeitzeit im "Trendpoint" hinter sich. "So ein Tag gibt schon einen kleinen Einblick darüber, ob mir das als Beruf später gefallen könnte", sagt die Frankenhoferin.

Bei der Firma Tries sind gleich vier Schüler untergekommen. Lisa Strobl (13) besucht die Realschule Munderkingen. "Nächstes Jahr mache ich hier ein Praktikum", berichtet die Hundersingerin. Verena Mayer (14) von der Realschule Ehingen hat bei Tries gefragt, weil hier ihr Papa Helmut beschäftigt ist. Tobias Walter (14), auch Realschüler, kennt sich bei Tries aus. Auch deshalb, weil sein Vater Karlheinz dort Ausbildungsleiter ist. Und Nico Braig (13) möchte später einen technischen Beruf ergreifen. "Es hat richtig Spaß gemacht. Die Mitarbeiter waren alle freundlich und ich habe einiges gelernt", sagt der Achtklässler der Ehinger Realschule.