Konzert JPO gestaltet Auftakt in Ehinger Kultursaison

Die Junge Philharmonie Oberschwaben spielt in der ausverkauften Lindenhalle in Ehingen. Die jungen Musiker und Dirigent Alban Beikircher unterhielten das Publikum zwei Stunden lang und bekamen viel Beifall.
Die Junge Philharmonie Oberschwaben spielt in der ausverkauften Lindenhalle in Ehingen. Die jungen Musiker und Dirigent Alban Beikircher unterhielten das Publikum zwei Stunden lang und bekamen viel Beifall. © Foto: Emmenlauer
Ehingen / RENATE EMMENLAUER 08.10.2018
Die Junge Philharmonie Oberschwaben ernteten rauschenden Beifall in der ausverkauften Lindenhalle

Ein ausverkauftes Haus in der Ehinger Lindenhalle und ein Publikum, dessen Applaus zwischen den Stücken und zum Abschluss des zweistündigen Konzerts kaum ein Ende nahm: Die Junge Philharmonie Oberschwaben (JPO) gestaltete auch in diesem Jahr den Start in die Kultursaison der Stadt Ehingen. Die Freude und den jugendlichen Esprit der jungen Instrumentalisten wollte sich offenkundig keiner entgehen lassen. Die Musiker und ihr Mentor und Dirigent Alban Beikircher wurden schon vor dem ersten Akkord mit stürmischem Applaus begrüßt – und das auch verdient. Denn der zweistündige Konzertabend in der Lindenhalle erwies sich klanglich wie inhaltlich als Erlebnis.

Entgegen dem ursprünglichen Programmablauf setzte Alban Beikircher die Ouvertüre zur Auftragskomposition „You are in Egypt now“ für die JPO an den Anfang, da dieses Arrangement mit seinen berührenden Sprechpassagen vielleicht dem Fluss des Konzerts hätte stören können. Es war berührend, wie das Orchester die Worte einer Sprecherin aus dem Ensemble heraus mit Klängen untermalten und die Tragik der Geschichte so auch instrumental weitererzählte.

Ohne große Unterbrechung leiteten die Instrumentalisten in das Präludium der Oper „Attila“ über und eroberten das Publikum mit einer musikalisch beeindruckenden Leistung. Das Orchester stellte das Schicksal eines Menschen auf der Flucht vor. Das Stück war von Christoph Dorn eigens für die Junge Philharmonie Oberschwaben komponiert worden. Mit Hingabe beschrieben die Instrumentalisten ebenso die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft vieler Menschen. Bei Richard Wagners voluminöser Ouvertüre zur Oper „Rienzi“ wurde die Homogenität des Orchesters einmal mehr deutlich. Alban Beikircher, der mit viel Enthusiasmus dirigierte, riss die jungen Instrumentalisten mit. Schon vor der Pause wurden das Orchester und ihr Dirigent mit viel Beifall  belohnt.

Nicht weniger hochkarätig und lebendig gestalteten die Instrumentalisten die Sinfonie Nr. 23 D-Dur, Op.73 von Johannes Brahms. 1877 wurde das Werk uraufgeführt. „Die zweite Symphonie scheint wie die Sonne erwärmend auf Kenner und Laien, sie gehört allen, die sich nach guter Musik sehnen… Brahms’ neue Symphonie leuchtet in gesunder Frische und Klarheit; durchweg fasslich, gibt sie doch überall aufzuhorchen und nachzudenken.“ Das passte aufs Konzert der Jungen Philharmonie Oberschwaben am Samstag. Die Zuhörer waren von den schönen Klängen beseelt, die im Einklang standen mit den den farbenfrohen Kleidern der Musikerinnen.

„Es werden von Jahr zu Jahr mehr Besucher. Das ist eine tolle Bestätigung für die Arbeit aller Beteiligten“, sagte Axel Dengler. Stolz zeigte sich der Orchestermanager, dass unter den 76 jungen Musikern – alle zwischen 13 und 22 Jahren alt – auch vier Teilnehmer aus seiner Heimatstadt Ehingen musizieren: Theresa Höchstädter (Viola), Miriam Ohngemach (Viola), Anastasia Stark (Viola) und Vera Duschler (Cello). Weiterhin aus Allmendingen Sophia Schurr (Flöte), aus Griesingen Silvana Raiber (Oboe) und Lukas Huber (Trompete) aus Oberdischingen.

Hoffen auf Nachwuchs

Dengler warb dafür, dass auch im nächsten Jahr junge Instrumentalisten aus Ehingen und der Region im JPO spielen. Dengler, dessen drei Söhne alle im JPO mitwirkten, sagt über die Zielsetzung des Musikprojekts, das nun im elften Jahr läuft: „Wir wollen kein Eliteorchester, sondern jungen begabten Musikerinnen und Musikern die Chance geben, ihre Kenntnisse in der sinfonischen Musik zu vertiefen.“ Das Auswahlorchester werde jedes Jahr einem Viertel neu besetzt. Das Programm für die vier Konzerte werde an drei Probenwochenenden einstudiert.

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