„Unser Josef, er lebe hoch“, riefen die Stadtsoldaten am Sonntagmorgen auf dem Marktplatz im Chor. Soeben hatte Professor Urban Bacher als Vorsitzender des Freundeskreises historischer Bürgerwehren Josef Stocker, Kommandant der Ehinger Bürgerwehr, in Anerkennung seiner Verdienste den General-Schneiderhan-Orden ans Revers geheftet. Eine Auszeichnung, die bislang erst einmal verliehen wurde.

Der Kommandant der Ehinger Bürgerwache, sagte Bacher, gehöre viele Jahre dem Beirat im Landesverband an und sei landauf, landab ein gern gesehener Offizier. „Josef Stocker lebt die Bürgerwache. Treue und Solidarität zeichnen ihn aus.“ Mit seinem Humor und Elan sowie seinem Führungstalent und der besonderen Liebe zum Brauchtum der Garden und Wehren sei er im positiven Sinn ein Menschenfänger, sagte der Freundeskreis-Vorsitzende weiter.

Bei dem Orden gehe es um die Werte eines Offiziers und die Wertevermittlung. Die Losung des Ordens sei, wie auf der Rückseite stehe: „Werte verbinden und Halt geben.“ General Schneiderhan hatte als Kommandeur der Bundeswehr in Ulm einst die Patenschaft mit der Ehinger Bürgerwache besiegelt.

Die Reihen abgeschritten

Außer den Stadtsoldaten und Musikanten der heimischen Bürgerwache fanden sich auf dem Marktplatz 80 Vertreter der 33 Garden und Wehren aus dem Landesverband Württemberg-Hohenzollern ein. Musik und festes Zeremoniell prägten den Appell, bei dem Oberbürgermeister Alexander Baumann als Gastgeber mit Landeskommandant Jürgen Rosenäcker die Reihen abschritt. „Es bereitet mir große Freude, eine so stattliche Gruppe zu sehen und heute zu kommandieren“, sagte Rosenäcker. Bacher bezeichnete die Ehinger Bürgerwache als Musterwehr, die gleichzeitig auch die größte Wehr im Landesverband sei, womöglich sogar bundesweit. An die Ehinger Stadtsoldaten gewandt, sagte er: „Ihr seid eine Paradewehr.“

Brauchtum bewahren

„Ehingen wird schon als heimliche Hauptstadt im Landkreis bezeichnet“, sagte OB Baumann in seinem Grußwort. Er griff den wertvollen gesellschaftlichen Wert der historischen Bürgerwehren heraus und deren enge Verbindung zur Bundeswehr.

Beim Empfang im historischen Sitzungssaal des Rathauses nannte Landeskommandant Jürgen Rosenäcker die Zielsetzung der 33 Garden und Wehren im Landesverband, das Brauchtum zu bewahren und zu leben. Ehingen sei das Zentrum der historischen Tradition. Franz Scholl, Oberleutnant der Bürgerwache Ehingen, habe den Landesverband vor 70 Jahren ins Leben gerufen. Auch sei der Verbandssitz in Ehingen, ebenso habe das Verbandsarchiv im Ehinger Museum eine würdige Bleibe. Seinem Kameraden Josef Stocker bescheinigte der Landeskommandant eine hervorragende Führung der Ehinger Stadtsoldaten in der Bürgerwehr-Stadt.

Unter die Gäste gemischt hatte sich auch Hans-Joachim Böhm als Landeskommandant von Baden-Südhessen. „Mir ist es eine Ehre, heute bei Euch sein zu dürfen“, sagte Böhm. Er hoffe, dass bei Begegnungen dieser Art noch die letzten Gräben zwischen Württemberg und Baden in den Köpfen zugeschüttet werden. Urban Bacher bat die anwesenden Kommandanten: „Hören Sie nicht auf, Botschafter unserer Sache zu sein.“

Kurze Worte zum Schluss

Kommandant Josef Stocker, sichtlich bewegt von der hohen Auszeichnung, aber auch typischer Organisator, leitete mit kurzen Worten zum Schluss über: Man habe ja schließlich die Kommandanten-Tagung in der Lindenhalle noch vor sich.

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Vertreter der 33 Garden und Wehren aus dem Landesverband Württemberg-Hohenzollern haben sich am Wochenende zusätzlich zu Stadtsoldaten und Musikern eingefunden.