Schreinerei Braig Auch für die Umwelt: Unikate aus Altholz

Florian Braig stellt in seinem Betrieb Möbel aus Altholz her. Den modernen Maschinenpark des Handwerksbetriebs hat der junge Unternehmer bereits Anfang des Jahres auf die Verarbeitung des alten Holzes umgerüstet.
Florian Braig stellt in seinem Betrieb Möbel aus Altholz her. Den modernen Maschinenpark des Handwerksbetriebs hat der junge Unternehmer bereits Anfang des Jahres auf die Verarbeitung des alten Holzes umgerüstet. © Foto: Emmenlauer
Allmendingen / Renate Emmenlauer 23.07.2018
Die Schreinerei Braig in Allmendingen fertigt maßgeschneiderte Möbel – auf Wunsch aus Altholz. Mit dem „dritten Leben für das Holz“ wird auch der ökologische Gedanke praktiziert.

Altes Holz hat Florian Braig schon immer fasziniert. Mit alt meint der Allmendinger insbesondere das Holz aus Abrisshäusern. „Dieses Holz hat meist Jahrhunderte überdauert. Jeder Balken und jeder Stützpfeiler erzählt seine eigene Geschichte. Das Holz ist eng verflochten mit den Familien, die dort gelebt haben. Möbel aus Altholz verströmen deshalb eine ganz besondere Atmosphäre.“ Braig kommt ins Schwärmen: „Die Möbel aus Altholz lassen die Vergangenheit wieder aufleben.“ Als Zeitzeugen erzählten sie von längst vergessenen Tagen und spiegelten das Leben von Epochen und Regionen sowie deren Menschen wider.

Meist ist es Eiche

Auch aus einem weiteren Grund verarbeitet Braig in seinem Betrieb sehr gerne Altholz. „Dieses Holz stammt ja zu 100 Prozent aus altem gewachsenem Baumbestand. Es ist mehrheitlich Eiche, der vor Jahrhunderten den Wäldern entnommen wurde. Das ist absolut ökologisch. Kein einziger Baum muss für Möbel aus solchem Holz sein Leben lassen“, sagt er. Das sei sozusagen das „dritte Leben“ für das Holz. Der Holzabfall diene außerdem zum Beheizen des Betriebs.

Braigs Eindruck ist, dass die Käufer ihre Altholzmöbel mit einem ganz anderen Bewusstsein nutzen. Vor allem auch deshalb, weil sie das Holz für ihre Möbel selbst auswählen dürfen. Das alte Holz bezieht Florian Braig stets aus der Region. Aktuell aus Dettingen, Gundershofen und Grötzingen. „Manche Privatleute oder auch Abrissunternehmen rufen uns an, wenn etwa ein altes Haus abgerissen wird“, berichtet er.

Der studierte Betriebswirt ist ein Holzfachmann durch und durch. Schon als Bub kam er in der elterlichen Schreinerei täglich mit Holz in Berührung. Seiner Weiterbildung absolvierte er an einer renommierten Möbelfachschule. Den modernen Maschinenpark des Handwerksbetriebs hat der junge Unternehmer bereits Anfang des Jahres auf die Verarbeitung von Altholz umgerüstet. Dabei werden die ausgewählten Balken und Bretter von Hand ausgewählt, von Nägeln befreit, gereinigt und dann geschnitten.

Charakteristische Astlöcher

Durch mehrtägiges Dämpfen oder Trocknen stellt Braig sicher, dass das Holz einen schönen, gleichmäßigen Farbverlauf erhält und frei von Schädlingen ist. Das Ergebnis: Holzplatten und Bretter in einer einheitlichen Optik, deren charakteristische Astlöcher, Risse und Wurmbilder aber noch immer gut zur Geltung kommen.

Nach den Worten von Braig gibt es so gut wie nichts, was sich nicht aus Altholz fertigen lässt. Oder als Detail und Blickpunkt in modernen Wohnarrangements kombinieren ließe. Auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist der junge Unternehmer überzeugt, dass die Erweiterung der Schreinerei auf Altholz ein Schritt in die richtige Richtung ist. „Wir wollen noch mehr Akzente in unseren Möbeln setzen, auch in Verbindung mit unseren Küchen.“

Zudem gelte es, als Familienbetrieb die enge Verbindung mit dem Schreinerhandwerk aufzuzeigen. Das Handwerk solle weiter in den Mittelpunkt gestellt werden, sagt Braig. Der 30-Jährige führt in vierter Generation den Betrieb  und folgt seinen Eltern Christl und Reinhold Braig nach.

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