Musiksommer Jeder ist genial

Ehingen / CHRISTINA KIRSCH 25.06.2018
Die Uraufführung des Musical „Im Land der Wawumoasts – Aus Fremden werden Freunde“ riss in der Lindenhalle die Zuschauer von den Sitzen.

Da stimmte alles“ und „Ich war richtig gerührt“. Das waren nach der Aufführung des Musicals „Im Land der Wawumoasts – Aus Fremden werden Freunde“ die am meisten gehörten Stimmen der Begeisterung. Am Ende erhoben sich alle Zuschauer von den Sitzen und jeder spendete stehend Applaus. Sogar Musikschulleiter Michael Buntz hatte bei seinen Dankesworten am Ende der gut einstündigen Aufführung einen Kloß im Hals und die Chorleiterin Regina Rak bekannte schon im Vorfeld, dass sie jedes Mal aufsteigende Tränen herunter schlucken muss, wenn am Schluss des Musicals alle Lästerei und Ausgrenzung von den Kindern abfällt. „Das ist für alle Beteiligten ein denkwürdiger Tag, der allen in Erinnerung bleiben wird“, fasste der Musikschulleiter seine Begeisterung zusammen.

Bis ins Mark erschreckt

Was war geschehen? Die Ehingerin Stefanie Hettenbach hat einen Text verfasst, der direkt von Pausengesprächen an der Michel-Buck-Schule und anderen Schulen stammen könnte. „Grünschwanz, Eiertanz, die Mandu, die spinnt voll und ganz“, lästerten in dem Musical die ungezogenen Kinder eines Waldkönigs. Ein fremdes Kind aus dem Regenwald ist bei ihnen angekommen und wird erst einmal misstrauisch beäugt. Was für einen komischen Schwanz die Mandu hat. Und „Mandu ist doch nur ein Affe, Freunde sind nicht unsre Sache“, empören sich die Kinder. „Huga Huga, die Wilde muss weg“, beschließen die Kinder und spielen Mandu einen Streich. Urplötzlich kam bei der Aufführung mit lautem Knall etwas von oben auf die Bühne geflogen, was alle Zuschauer bis ins Mark erschreckte. Angeblich war Mandu die Übeltäterin für diesen Schrecken. „Jetzt findet die niemand mehr cool“, triumphierten die wahren Übeltäter Tilly und Wurz. „Ich wollte doch nur glücklich sein in der Fremde“, sang die Hauptdarstellerin ein trauriges und berührendes Solo.

Die Musiker der Musikschule waren unter der Leitung von Volker Frank das Orchester der Aufführung. Wie alle Chorkinder trug auch der Dirigent eine Waldkleidung aus Efeu und Ranken. Ganz in Grün präsentierten sich zudem die Jazz-Kids und Jazz-Teenies des Tanzstudio Sabine Raasch, die unter der Einstudierung von Myriam Eckenfels einen fetzigen Stepptanz auf die Bühne legten. Einen wunderschön verwunschenen Wald hatten die Schüler der Längenfeldschule unter der Leitung von Bianca Kuhn als Bühnenbild gemalt. Die eingängige Musik stammt von Erik Daumann-Hettenbach und seine Frau Stefanie hat mit der Lehrerin Theresa Wurst die Schauspieler trainiert.

Jury sitzt im Publikum

Das Musical wurde für den Lotto-Musiktheaterpreis 2017/18 nominiert und die Jury saß am Sonntag im Publikum. Ein Förster, der die Heimat der Kinder zerstören will, sorgt in dem Musical schließlich für den großen Zusammenhalt. „Gemeinsam sind wir stark“ war die Botschaft. Mit List und Tücke verteidigten die Kinder ihr Dorf. „Jeder ist auf seine Weise genial“, erkannten Klein und Groß.

„Man ist immer hin und weg, wenn das eigene Kind mitspielt“, bekannte eine Mutter. „Aber selbst wenn ich das abziehe, bin ich immer noch überwältigt“. Eine großes Gemeinschaftswerk war vollkommen gelungen.

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