Die Spielfreude der Jazzband 47 ist bekannt. Das Dreikönigskonzert in der Brauereiwirtschaft bot neue Klangfarben. Die Zuhörer waren begeistert. Sie wussten um die Qualität der Band - schon zwei Stunden vor Beginn des Konzerts waren die Plätze ausverkauft.

Der Christbaum und das Feuer in einer Schale auf der Terrasse strahlten am Dienstagabend durch die neuen großen Fenster in den Saal der Brauereiwirtschaft. Die große und treue Fangemeinde der Jazzband 47 hatte schon lange Platz genommen und wartete geduldig auf den Beginn des traditionellen gemeinsamen Abends mit dem vor Jahrzehnten in Rottenacker gründeten Sextett.

Die Jazzband hatte diesmal Stargast Manfred Schütt aus Böblingen gewonnen. "Ich bin nach unserem gemeinsamen Auftritt bei der Eh'gner Kirbe gerne wieder gekommen", versicherte der Musiker, den Jazzband-Moderator Manfred Walter vorstellte. Die scherzend vorgetragenen Befürchtungen, dass der Freund und Klarinettist mit seinem einfühlsamen, dynamischen und ausdrucksstarken Spiel, sowie seinem lebendigen und sympathischer Gesang doppelt so viel Applaus wie die gastgebende Band ernten könnte, schlug "Manne" Schütt gleich in den Wind. "Ich hatte die Ehre bei der Kirbe für einen beruflich verhinderten hervorragenden Klarinettisten Hermann Schacher einspringen dürfen." Am Ende des dreistündigen Auftritts, bei dem es viel Applaus für Soli gab, verabschiedeten sich die Musiker traditionell und umjubelt mit "Buona Sera" sowie dem Versprechen auf ein Wiedersehen im Januar 2017.

Mit ihrer Erkennungsmelodie "Bourbon Street Parade" hatte die Jazzband 47 ihr erstes Set mit Standardstücken eröffnet. "Now we proudly present, direct from Böblingen, over the Alb" , begann Manfred Walter das Konzert nach der Pause. Manfred Schütt spielte zunächst Stücke aus den 1920- und 1930- Jahren, die von den den jubelnden, lachenden und berührenden Klängen seines Solosaxophons geprägt waren und stieg später auf die Klarinette und Gesang um.

Mit Schütt hatte die Band dessen Lieblingstücke von Duke Ellington, von Sidney Bechet, Louis Armstrong und Larry Shields ausgewählt. Allen war die Freude am gemeinsamen Spiel anzumerken.

Beim Song "Oh, lady be good" von George Gershwin konnten die Zuschauer hören, dass Schütt eine Zeitlang in Amerika war. "Seine Aussprache ist phänomenal", kündigte Walter zu Beginn des dritten Sets an. Die Jazzband kehrte dann mit "Isle of Capri" von Wilhelm Grosz von Übersee musikalisch zurück nach Europa und spielte "Bei mir biste Scheen" aus einem jiidischen Musical. "King Hermann" (Schacher) sang dann "Ich bin der König vom Affenland". Nach der Klarinettenschlacht mit "Isle of Capri" von Schütt und Schacher gab es später auch "das schwäbisch akzentfreie Guten Abend", zum Abschied und als weitere Zugabe die Erklärung "You are my sunshine" sowie eine Vorstellung aller Musiker: Manfred Pfütze (Kornett), Peter Weber (Posaune, Gesang), Thomas Hergöth, (Banjo), Karl Schlegel (Schlagzeug) und Manfred Walter (Tuba und Conferencier).