Konzert Janette Fishell spielt Orgel in Obermarchtal

Bringt die Holzhey-Orgel kraftvoll zum Klingen: Janette Fishell aus Indiana, USA.
Bringt die Holzhey-Orgel kraftvoll zum Klingen: Janette Fishell aus Indiana, USA. © Foto: Anne Hagenmeyer
Obermarchtal / Anne Hagenmeyer 11.09.2018

Das ist richtige Handwerkskunst“, meinte die Organistin nach dem Konzert am vergangenen Sonntag. Janette Fishell liebt die antiken Instrumente und lässt sich gerne von ihnen herausfordern. Und die Herausforderung beginnt schon beim Bedienen der Manuale. So manch ein Register verleiht den Tasten einen großen Widerstand. Sie sagt: „Man braucht viel Kraft in den Händen.“ Und die hat sie: Das Konzert endet so kraftvoll wie es beginnt.

Vielfalt an Stimmen

Am Anfang steht eine Fantasie und Fuge in g-Moll von Johann Sebastian Bach, die mit großer Wucht daher kommt und sehr komplex komponiert ist. In manchen Teilen wirkt sie fast wie ein zeitgenössisches Werk. Das ganze Konzert ist zwei Komponisten gewidmet, nämlich Bach und Felix Mendelssohn-Bartholdy. Und es ist erstaunlich, wie gut der Bach’sche Barock zur Romantik passt. Es kontrastieren hier nicht die Komponisten, die Hauptkontraste liegen innerhalb der einzelnen Stücke, die eine große Vielfalt an leisen, an naiv wirkenden, an innigen Stimmen enthalten, die alle aus den unterschiedlichen Pfeifen der Orgel stammen. Die leicht schnarrende „Vox humana“ mit ihren Obertonreihen hörte man in einer Fughetta „Dies sind die Heiligen Zehen Gebote“ bei Bach genau so wie in dem innigen „Andante religioso“ der Mendelssohn-Sonate.

Janette Fishell ist Professorin für Orgel und Vorsitzende der Orgelabteilung der „Jacobs School of Music“ an der Indiana University. Auf ihrer Tour durch Süddeutschland sucht sie alte Orgeln auf, hat in der letzten Woche unter anderem in Herrenberg und Rottenburg konzertiert und ist nun in Obermarchtal mit der Holzhey-Orgel schnell „warm“ geworden. Sie sieht in ihr ein Gesamtkunstwerk, das es mit dem Kirchenraum eingeht.

Der „Internationale Orgel-September Obermarchtal“ setzt auch bei seinen beiden folgenden Konzerten Kompositionen von Felix Mendelssohn-Bartholdy in den Mittelpunkt: Am 16. September heißt es „Mendelssohn plus Reubke“. Es spielt der Kirchenmusiker und Kustos der Holzhey-Orgel, Gregor Simon. Und wenn es am 23. September „Mendelssohn plus Leguay“ heißt, spielt der Organist aus „Notre Dame“ in Paris eigene Werke.

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