Emerkingen Jahreskonzert der Musikkapelle Emerkingen: Vom Vampir bis zum König der Löwen

Das Blasorchester bei seinem eindrucksvollen Auftritt unter der Leitung von Gerhard Schlecker.
Das Blasorchester bei seinem eindrucksvollen Auftritt unter der Leitung von Gerhard Schlecker. © Foto: Doris Moser
Emerkingen / DORIS MOSER 15.12.2014
Bekannte Musical-Melodien hatte die Musikkapelle Emerkingen bei ihrem Jahreskonzert zu einem niveauvollen und ansprechenden Programm gebündelt. Das kam gut an: Der Applaus fiel entsprechend üppig aus.

Wohl jedes Kind kennt den "König der Löwen", viele erwachsene Musikfreunde schwärmen vom "Tanz der Vampire" oder dem "Phantom der Oper" und "Lord oft the Dance" - diese bekannten Kompositionen und noch einige mehr bündelte die Musikkapelle Emerkingen bei ihrem Jahreskonzert zu einer imposanten "Nacht der Musicals". Damit war der Geschmack des Publikums getroffen, wie der begeisterte Beifall der rund 450 Besucher in der stilvoll dekorierten Römerhalle zeigte. Sie genossen im Kerzenschein das zweieinhalbstündige Programm.

Mit viel Leidenschaft und in sehr vielen Proben haben sich die annähernd 120 Instrumentalisten mit Dirigent Gerhard Schlecker auf den Konzertabend vorbereitet, jetzt durften sie die Lorbeeren ernten. Ein Arrangement unter dem Titel "Queen in Concert" setzte das Jugendorchester zum Auftakt musikalisch in Szene und imponierte mit Spielfreude und exakter Interpretation. Die 45 Nachwuchsmusiker stimmten auch "We are the Champions" an und nahmen das Publikum mit auf eine Reise nach Afrika, um dort den "König der Löwen" zu besuchen. Die Abenteuer des Löwenkindes Simba wurden mit Trommeln untermalt, mal wild und temperamentvoll, dann wieder sanft und zärtlich erklang die Musik. Die Zugabe "Bärenkinder" beschrieb nach Noten eine dramatische Geschichte am Ende der letzten Eiszeit.

Beim Szenenwechsel zum aktiven Orchester füllte sich die ohnedies schon vergrößerte Bühne komplett mit rund 70 Instrumentalisten, und die bildeten einen wuchtigen Klangkörper, wie sogleich beim "Tanz der Vampire" zu hören war. Ruhige Balladen und aufwühlende Passagen erzählten die fantasievolle Legende einer Liebesgeschichte, die schließlich zur Weltherrschaft der Vampire führt. Im Kontrast dazu stand das Musical "Elisabeth", das sich um das Leben der österreichischen Kaiserin Sissi rankt und nicht nur Glanz und Glimmer zeigt, sondern auch die traurigen Ereignisse thematisiert. Eindringlich spielte das Orchester, das sich in Glanzform präsentierte, die Melodie "Ich gehör' nur mir", die Sissi kurz vor ihrem tragischen Lebensende symbolisiert.

Mit furiosem Spiel ging es beim "Phantom der Oper" in die Unterwelt der Pariser Oper, wo sich das Schicksal einer unerfüllten Liebe vollzieht. Dieses Musical von Andrew Lloyd Webber hat Johann de Meij für Blasorchester arrangiert und es hörte sich mit graziösen wie auch kraftvollen Passagen imposant und sehr gut an. Von Paris aus führte die Reise zu den "Lords of the Dance" nach Irland, und man sah vor dem inneren Auge die Tänzer in Aktion bei den typisch irischen Volksweisen.

Mit anhaltendem Beifall wünschte das Publikum eine Zugabe und hörte die Geschichte vom biblischen Josef von Ägypten, den seine Brüder dorthin verkauft hatten und der das Land als Minister durch eine schwere Hungersnot führte - und am Ende auch seinen Brüdern das Leben rettete. "Wie vom Traum verführt" lautete der Titel einer schönen Melodie, die stimmungsvolles Flair in die Halle zauberte. Die zweite Zugabe war ein Parademarsch aus dem Musical "The Music Man", und damit schloss sich der erlebnisreiche Konzertreigen. "Musik ist Leidenschaft, das war heute wieder deutlich zu spüren", zeigte sich der Vereinsvorsitzende Roland Lang rundum zufrieden. Er dankte Schlecker für die Glanzleistung mit Blumen; auch für die Moderatorinnen Lea Röller und Daniela Fiderer gab's bunte Sträuße.

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