Kultur Interim-Festival kommt nach Ehingen

Sie freuen sich auf das Interim-Festival, das im Juni 2019 in Ehingen stattfinden wird (von links): OB Alexander Baumann, Andreas von Studnitz, Marion Greiner-Nitschke, Rainer Markus Walter, Carmen Mark, Tanja Schweikart und Sarah Baltes.
Sie freuen sich auf das Interim-Festival, das im Juni 2019 in Ehingen stattfinden wird (von links): OB Alexander Baumann, Andreas von Studnitz, Marion Greiner-Nitschke, Rainer Markus Walter, Carmen Mark, Tanja Schweikart und Sarah Baltes. © Foto: Rainer Schäffold
Ehingen / Rainer Schäffold 28.09.2018

Es ist ein „Fest für die Region“, das da auf Ehingen zukommt: Vom 27. bis zum 30. Juni 2019 wird das „Interim-Festival“ auf dem Volksfestplatz in Ehingen stattfinden. Kultur auf eine andere Art und Weise. Mitglieder der Bevölkerung betreten hier die Bühne, wie Kurator Rainer Markus Walter gestern bei einem Pressetermin in der Oberschaffnei berichtete.

Deswegen suchen die Macher von Interim Akteure aus Ehingen und Umgebung. Sie müssen keineswegs Theater- und sonstige Kunsterfahrung mitbringen. „Alles ist aufgerufen, sich einzubringen“, wie Andreas von Studnitz, Ex-Intendant des Ulmer Theaters und Mitglied des Teams, gestern sagte; „ob Erfahrung oder nicht, in Schauspiel oder bildender Kunst.“ Melden können sich Gruppen, Klassen, Vereine, „gerne auch Einzelpersonen“, sagte von Studtnitz. Bei der Zahl der Teilnehmer gibt es nach oben keine Begrenzung. „Theater ist die lustvollste Art, sich konzentrieren zu müssen“, wirbt von Studnitz, der auch Schauspieler und Regisseur ist.

Das Festival mit seinen Kunst-Aktivitäten ist in vier Bausteine aufgeteilt: Die „musikalische Spielwiese“ leitet Rainer Markus Walter, das „Naturtheater“ Andreas von Studnitz, die Kunstspielwiese der Ulmer Künstler und Kunstlehrer Christian Greifendorf und die Straßengalerie der Riedlinger Fotograf Georg Kliebhan. Unter seiner Leitung wird es eine Plakataktion geben, zu der die Ehinger aufgerufen sind, Fotos beizusteuern. Diese Aktion soll im Winter starten.

Die Ergebnisse der verschiedenen Gruppen, seien es Theaterstücke oder Kunstpräsentationen, sollen dann gleichzeitig und miteinander vernetzt dargeboten werden.

Das besondere an Interim ist, dass es kein vorgefertigtes Programm gibt, sondern das Ergebnis des Schaffens offen ist. „Wir kochen in einem Topf und wissen noch nicht, wie es schmeckt“, wie es Rainer Markus Walter ausdrückte. Damit aber viele Köche den sprichwörtlichen Brei nicht verderben, werden die Akteure professionell angeleitet.

Fest stehe bereits, dass auch Künstler aus der Region, etwa Nachwuchsbands, auf der Bühne stehen werden. Die Organisatoren planen ein „Crossover“, also eine Vermischung unterschiedlicher Musikstile, zwischen Klassik und Popmusik. Auch der nahe Wolfertturm, so ist es vorgesehen, soll in ein Kunstprojekt mit eingebunden werden.

„Ein großes Abenteuer“

An ihrer Seite wissen die Festival-Macher auch das städtische Kulturamt, das gerne dabei ist, wie dessen Leiterin Marion Greiner-Nitschke sagte. „Es ist eine super-spannende Aufgabe und ein großes Abenteuer“. Spannend findet sie vor allem die Vernetzung und dass Laien zusammen mit Profis auftreten. „Ich freue mich riesig, dass wir das in Ehingen ausrichten dürfen.“

Wer sich für eine Teilnahme am Interim-Kunstprojekt interessiert, der kann zu einer der beiden Infoabende kommen. Sie finden am Freitag, 5. und Dienstag, 9. Oktober, Beginn jeweils 18 Uhr, im Bürgerhaus Oberschaffnei, zweite Etage, statt.

Kunstereignis will regionale Impulse schaffen

Projekt Ein Kunst- und Kulturereignis, das regionale Impulse schafft – dies sei das Interim- Festival, das über die Schwäbische Alb wandert und nicht an einen Ort gebunden ist. Das Projekt soll zum einen Kunst aufs Land bringen, zum anderen Menschen aus der jeweiligen Region mit Künstlern aller Sparten zusammenbringen und das künstlerische Potenzial der Region suchen und sichtbar machen. So ist das Festival nicht an einen Ort gebunden, vielmehr  wandert es: Die Premiere fand 2013 im Alten Lager bei Münsingen statt, 2017 war das Festival in der Region Heidengraben in den Ortschaften Grabenstetten, Erkenbrechtsweiler und Hülben zu Gast.

Finanzierung Die Schwäbische Alb ist als Modellregion für das Programm „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ der Kulturstiftung des Bundes ausgewählt worden. Das Projekt „Lernende Kulturregion Schwäbische Alb“ unterstützt der Bund mit drei Millionen Euro, zusätzlich stammen 615 000 Euro vom Wissenschaftsministerium und vom Ministerium Ländlicher Raum des Landes. Der Verein Interim hat seinen Sitz in Münsingen.

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