Protest Interessengemeinschaft Berntal kämpft weiter

In der Diskussion: Ein Baugebiet im Oberen Berntal in Schelklingen
In der Diskussion: Ein Baugebiet im Oberen Berntal in Schelklingen © Foto: Striebel
Schelklingen / Bernhard Raidt 11.10.2018
Die Interessengemeinschaft Berntal kämpft weiter gegen das Baugebiet in Schelklingen. Sie hat 425 Unterschriften gesammelt.

Der Widerstand gegen das geplante neue Baugebiet im Bernental in Schelk­lingen geht weiter. 425 Unterschriften haben die Mitglieder der „Interessengemeinschaft Oberes Berntal“ gegen das Vorhaben gesammelt. Die Unterschriftenliste überreichten sie gegen eine Empfangsbestätigung dem Bauamt der Stadt, berichtet Ralf Eisemann von der Interessengemeinschaft.

Ernüchterndes Fazit

Außerdem führten sie Gespräche mit den Stadträten und Bürgermeister Ulrich Ruckh. Das Fazit aus Sicht der Baugebiets-Gegner fällt ernüchternd aus. „Das ist nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Eisemann. Viele der Räte seien derart überzeugt von der Notwendigkeit des neuen Baugebiets, dass man mit Argumenten kaum durchdringe. Statt mit jedem Stadtrat einzeln zu sprechen, hatten die Fraktionsvorsitzenden jeweils Treffen einberufen, zu denen dann einige Stadträte der jeweiligen Fraktion kamen.

Den besten Eindruck hatte die IG laut Eisemann noch vom Gespräch mit den Freien Wählern. Aber die Gespräche mit den Vertretern von CDU und SPD seien aus Sicht der IG nicht sonderlich erfolgreich verlaufen. Aber vielleicht werde der eine oder andere der Räte über die Argumente der Baugebiets-Gegner nachdenken, hofft Eisemann.

Eine Mehrheit der CDU- oder SPD-Räte davon zu überzeugen, sich gegen das Baugebiet auszusprechen, werde aber wohl nicht wie erhofft  funktionieren. Auch mit Bürgermeister Ulrich Ruckh hatte die IG eine Diskussion – sachlich zwar und in guter Atmosphäre. Trotzdem sei auch der Bürgermeister weiter vom Baugebiet überzeugt. Ruckh selbst bestätigte gegenüber der SÜDWEST PRESSE in der vergangenen Woche das Gespräch. Die „Interessen liegen aber weit auseinander“. Aber man spreche miteinander, und alles laufe „sachlich sauber“ ab, sagte Ruckh.

Argumente: Wasser und Luft

In den Gesprächen mit Räten und Bürgermeister hatten die IG-Mitglieder etwa vor den Gefahren durch das Wasser durch das neue Baugebiet gewarnt. Schon jetzt liefen immer wieder Keller voll, berichtet Eisemann. Die Antwort sei gewesen, dass die Fachleute das schon richtig berechneten. Auch das Argument einer wichtigen Kaltluftschneise für die Stadt, die durch das neue Baugebiet zerstört werde, sei auf wenig Gehör gestoßen. Die IG-Mitglieder sprachen mit Räten und Bürgermeister auch über die Alternativen zum geplanten Baugebiet im Berntal. Die von ihnen vorgeschlagenen Flächen seien aber schon bekannt gewesen, berichtet Eisemann – aber es seien viele Gründe genannt worden, warum dort nicht gebaut werden könne. Etwa, weil eine Erbengemeinschaft sich nicht einig oder die Erschließung schwierig sei.

Die öffentliche Auslegung des Baugebiet-Entwurfs ist mittlerweile abgeschlossen. Die Baugebiets-Gegner hätten zahlreiche Einwände eingereicht, berichtet Eisemann. Stadtplaner Clemens Künster sichtet die Stellungnahmen nun und setzt sich mit dem Inhalt auseinander, berichtet Bürgermeister Ruckh. Wann genau dann über den Entwurf des Bebauungsplans und die Einwände dagegen öffentlich im Gemeinderat beraten und abgestimmt wird, ist noch offen. Ein Termin ist noch nicht genannt worden.

Vorschläge werden diskutiert

Die in der Interessengemeinschaft organisierten Bürger arbeiten derweil weiter. So ist laut Eisemann an die Untere Naturschutzbehörde eine Anfrage gestellt worden, ob denn die Ausweisung eines Baugebiets im Bernental überhaupt zulässig sei. Immerhin müsse viel Wald gerodet werden, damit das Baugebiet kommen könne, sagt Eisemann. Auch eine mögliche Kollision mit der Unesco-Zone rund um das Weltkulturerbe Hohler Fels prüfen die IG-Mitglieder. Weitere Vorschläge sind in der Diskussion.

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Vorhaben Im neuen Baugebiet „Oberes Berntal“ sind 27 Bauplätze geplant. Das Baugebiet soll im Anschluss an die Jahnstraße entstehen, die von der Blaubeurer Straße abzweigt. Dort befindet sich schon seit langem ein Wohngebiet. Dessen Bewohner und auch andere Schelklinger nutzen das Bernental als Nah­erholungsgebiet – unter anderem deshalb fällt der Protest auch so massiv aus. Das geplante neue Baugebiet umfasst 1,65 Hektar.

Hintergrund Schelklingen hat aufgrund seiner Lage kaum Möglichkeiten, Baugebiete auszuweisen. Alternativen sind rar – ein Grund, warum Stadträte und Bürgermeister so auf das neue Baugebiet im Berntal pochen. ben

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