Munderkingen / Andreas Hacker Am 1. April beginnen die Bauarbeiten in der Martinstraße in Munderkingen.

In zwei Wochen geht es los, dann beginnen in der Martinstraße in Munderkingen die Bauarbeiten. Der zweite Abschnitt der Sanierung macht den Bereich vom Martinsbrunnen bis zum Café Knebel zur Großbaustelle, weshalb Bürgermeister Dr. Michael Lohner und Roland Kuch vom Bauamt der Verwaltungsmeinschaft zuerst auf die Gewerbetreibenden und jetzt auf die Anwohner und Hauseigentümer zugegangen sind, um gemeinsam zu klären, wie die voraussichtlich sechs bis sieben Monate Ausnahmezustand möglichst erträglich gestaltet werden können. Klare Botschaft laut Lohners Versprechen: Man kann in die Stadt hineinfahren und findet dort auch einen Parkplatz.

Parkplätze beschäftigten die Leute

Das mit dem Parken war für die rund 60 Anwesenden auch eines der wichtigsten Themen. Denn anders als beim ersten Sanierungsabschnitt wird es keine zusätzlichen Parkplätze auf dem alten Schulhof geben, weil nach der Schließung des Treff 3000 auf dem Parkdeck am Untertor 34 Stellplätze zur Verfügung stehen und am Obertor 26 zusätzliche Parkplätze geschaffen worden sind. Weil aber zumindest zeitweise für die Südseite der Kirchgasse und den Ochsenweg Parkverbote geplant sind und das Parken insbesondere in kritischen Bereichen wie der Senfgasse verstärkt kontrolliert werden soll, gaben betroffene Anwohner der Verwaltung die Bitte mit auf den Weg, doch über eine Dauererlaubnis für die Bauzeit nachzudenken.

Es ist nicht der einzige Punkt, der Verwaltung und Gemeinderat noch beschäftigen wird, wie Lohner sagte. Denn manchen Munderkingern geht erst jetzt auf, was es heißt, dass bei der Neugestaltung ein einheitlicher Straßenraum entsteht, in dem Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer gleichberechtigt sind und auf einander Rücksicht nehmen müssen. „Ja Mahlzeit“ war einer der Kommentare, als klar wurde, dass es keine Gehwege mehr geben wird. Vor allem die enge und übersichtliche Ecke zwischen der Bäckerei Doll und dem Rathaus erscheint als Problem, weshalb Lohner ankündigte, dass darüber im Gemeinderat nochmals gesprochen werden soll. Auch zur Frage nach möglichen Sammel- und Abgabestellen für Müll gebe es noch keine Überlegungen, sagte der Bürgermeister.

Es sei ein Glücksfall, sagte Lohner, dass mit der Firma Schwall ein Unternehmen den Auftrag erhalten hat, das bereits beim ersten Abschnitt zeigen konnte, dass es eng bei den Leuten ist. Den wöchentlichen Jour fixe auf der Baustelle soll es wieder geben, versprach Lohner, der darauf setzt, dass durch rechtzeitige Absprachen viele Probleme gelöst werden können – auch die große Sorge einer Anwohnerin, die mit ihrem Auto für längere Zeit nicht mehr aus der Hausgarage in der Martinstraße ausfahren kann.

Promenade wird geöffnet

„Die Stadt ist nicht zu“, sagte Lohner immer wieder auch mit Blick auf das Munderkinger Umland. Die Umleitungsstrecke auch für Radfahrer führt über Kirchgasse, Ochsenweg, Marktplatz, alten Schulhof und Donaustraße; im zweiten Bauabschnitt, wenn vom 20. Mai an die Donaustraße auf Höhe des Cafés Knebel gesperrt ist, wird mit der Promenade eine Verbindung zwischen Untertor und Vorstadt geöffnet.

Vor den Tiefbauarbeiten wird es für jedes Gebäude ein Beweissicherungsgutachten geben, sagte Kuch, das bringe Klarheit bei möglichen Schäden. Während der Arbeiten soll es keine Versorgungslücken geben; alle vorhandenen Hausanschlüsse wie Wasser, Abwassser, Telefon werden in den öffentlichen Flächen neu verlegt. Neu dazu kommt die Netze BW, die Erdanschlüsse für den Strom verlegt und später dann Zug um Zug die Dacheinführungen abbauen will. Auch Gasanschlüsse sind jetzt möglich, zudem werden Hauseinführungen für später mögliche Glasfaseranschlüsse verlegt. Die Hauptzugänge der Gebäude sollen für Fußgänger immer nutzbar sein.

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