Vortrag Inkontinenz und Gebärmuttersenkung

Ehingen / swp 18.06.2018

50 Prozent aller Frauen der Welt sind in der einen oder anderen Form von Inkontinenz betroffen. Das berichtete Dr. Ulf Göretzlehner, Chefarzt der Ehinger Frauenklinik, bei einem Vortrag im Gesundheitsforum. Die Begleiterscheinungen des Älterwerdens klingen nicht immer nett. Der Hormonspiegel und die Gefäßbeschaffenheit verändern sich. Die Haut wird dünner und trockener, die Knochendichte nimmt ab, bis hin zur Osteoporose. Dazu kommen in der Menopause Hitzewallungen, Schweißausbrüche, vaginale Atrophie (Gewebeschwund) und auch urologische Erkrankungen. Wenn man das Wasser nicht mehr oder nicht mehr vollständig halten kann, spricht man von Inkontinenz.

Der Arzt unterscheidet dabei im Wesentlichen zwei Arten – eine, die von der Blase ausgeht (Dranginkontinenz) und eine, deren Ursache in der fehlenden Verschlusskraft des Schließmuskels liegt (Belastungsinkontinenz), berichtet Pressesprecherin Daniela Rieker über Göretzlehners Vortrag. Dafür können Gewebeschwäche, aber auch mehrere Geburten verantwortlich sein. Wenn Senkungen – beispielsweise durch einen schlaffen Beckenboden – auf das harnableitende System wirken, kann eine Inkontinenz auftreten.

Fortschreitende Inkontinenz ist unangenehm, macht unsicher und kann sogar zur sozialen Isolation führen. Es sei immens wichtig, offen und möglichst genau über das eigene Beschwerdebild mit dem Arzt zu sprechen. Wer regelmäßig einfache Beckenbodenübungen mache, auf sein Gewicht achte sowie Rauchen und Alkohol meide, habe schon jede Menge im Vorfeld getan. Wo dies nicht ausreicht, kann das Führen eines Miktionstagebuches mit Angaben über Trinkmenge, Ausscheidungshäufigkeit, -menge und -anlass sowie eine urologische Untersuchung Aufschluss über die Details einer Inkontinenz geben. 

In urologischen Fragen besteht zwischen der Ehinger Frauenklinik und dem Urologischen Zentrum Ehingen/Blaubeuren eine enge Kooperation. Medikamentöse Therapien sind ebenfalls möglich und werden auf die individuelle Erkrankung eingestellt. Ultima ratio ist ein operativer Eingriff. In vielen Fällen könne die Gebärmutter sowie der Halteapparat durch eine Bandplastik oder ein Netz gehoben werden. „Auf die äußerst niedrige Komplikations- und Abstoßungsrate können wir in diesem Zusammenhang ganz besonders stolz sein“, betonte Göretzlehner.

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